Kampf den Erzählsträngen
Ka schlägt den Kragen hoch, denn es ist kalt in Kars, am Ostrand der Türkei. Das ist kein Ägäishoteldorf, das ist Anatolien. Es schneit in Kars. Und man hängt sich auf in Kars. Oder steckt den Kopf in den Gasherd. Reihenweise bringen sich unglückliche Töchter um. Außerdem stehen Wahlen an. Und dazu dieser Kopftuchstreit. Wer sein Haar verhüllt, wer sich kleidet, wie es den Islamisten und den konservativen Kurden, aber nicht dem Staat gefällt, kann seinen Studienplatz vergessen. Äußerst rätselhaft, diese Gegend und ihre Menschen. Sehr widersprüchlich.
Etwa so fassbar wie der Türk-Pop-Soundtrack und der Haushalts-Elektro-Trödelshop, mit dem Bühnenbildnerin Sabine Kohlstedt und Hausregisseurin Sandra Strunz im Freiburger Kleinen Haus die Türkei andeuten.
Ka ist der Fremde in Kars. Er will berichten, behauptet er, für eine deutsche Zeitung. Nun ja. In Wahrheit will Ka (Thomas Mehlhorn) vor allem mit der hübschen Ipek (Rebecca Klingenberg) ins Bett steigen, einer Bekannten aus Studententagen. Die wäre ja nicht abgeneigt. Das Hindernis heisst Turgut Bey (Ullo von Peinen), ein enttäuschter Kommunist und Ipeks Vater. Solange die Straßen vereist sind, verlässt er das Haus nicht. Die Straßen ...
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Das Jahr 2175 wird niemand herbeisehnen, jedenfalls wenn es nach Anja Hilling geht. Ihr Science-Fiction-Szenario entwirft eine Welt nach der Klimakatastrophe, in der sich keiner ungestraft der frischen Luft aussetzt und jeder Sonnenanbeter bei lebendigem Leib gegrillt würde. Stattdessen behilft man sich mit bescheidenen Innenwelten: Eine Spezialfirma bietet...
Allen Unkenrufen zum Trotz hängen keine Kokainpäckchen an den Zweigen des Waldes von Birnam, als der sich – Jürgen Gosch hat es in ein ebenso einfaches wie sinnfälliges Bild gefasst – auf das Schloss des finsteren Macbeth zubewegt. Was nicht heißt, dass Kolumbien das Drogen- und das Gewaltproblem bereits unter Kontrolle hätte, aber sagen wir es so: Man arbeitet...
Nicht nur der Titel klingt ein bisschen nach Love Story: «Kölner Affäre». Zumindest handelt es sich, wenn nicht gar um eine Liebesgeschichte, so doch um eine Beziehung. Eine ungewöhnliche Beziehung. Schon nach der kaum vollendeten ersten Spielzeit lässt sich zwischen Karin Beier, dem Schauspielhaus, der Stadt Köln und ihren Einwohnern eine solche Bindung...
