Nice Guys und bad Girls
Einen einhelligen Abräumer gab es nicht bei der 15. und mit 14 eingeladenen Produktionen bislang umfangreichsten Ausgabe des Junge-Regie-Festivals «Radikal jung» am Münchner Volkstheater. Dafür eine breite Spanne mehr oder weniger kluger, tiefgründiger, fieser, witziger und überschwänglicher Selbstverortungsversuche – wobei weniger die opulenten Großbühnen-Produktionen als die unaufwendigen, im guten Sinne etwas eigenbrötlerisch zwischen gängigen Formaten agierenden Projekte den stärkeren Nachhall erzeugten.
Damit entfernt sich der Fokus des Festivals durchaus wohltuend vom Anspruch einer Vorauswahl künftiger Theatertreffen-Anwärter (selbst wenn mit Anta Helena Recke diesmal sogar eine Theatertreffen-Veteranin nochmals nach München zurückkehrt). Vielmehr ergibt sich durch die divergierenden Vorlieben der Dreier-Jury – Volkstheater-Chefdramaturg Kilian Engels, der ehemalige Theaterkritiker und Journalistik-Professor C. Bernd Sucher und als überregionale Neubesetzung die Berliner Theaterjournalistin Christine Wahl – eine Mischung, die die weitgestreuten und mitunter auch etwas diffusen Suchbewegungen der Häuser nach relevanten Anknüpfungspunkten ans Zeitgeschehen widerspiegelt. Ob ...
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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Festivals, Seite 41
von Silvia Stammen
Zwei Migranten in McJobs: 30. Stock, Fassadenreinigung. Immerhin ist die Bezahlung gut, auf die andere Seite der Glasfassade, in die Vorstandsetage, wird man es ohnehin nicht schaffen. Und: Man ist sicher vor dem Bürgerkrieg im Heimatland. Allerdings ragen die Auswirkungen des Krieges bis ins 30. Stockwerk: Benjamins Familie wurde im Krieg von Rebellen überfallen,...
Franz Wille Eigentlich wollten wir «Third Generation – Next Generation» schon direkt nach der Premiere im Maiheft abdrucken, aber dann gab es Probleme. Welche Probleme waren das?
Yael Ronen Gleich nach der Premiere war alles noch sehr frisch, und bevor wir den Text in eine größere Öffentlichkeit bringen, wollte ich sichergehen, dass wirklich alle Beteiligten mit...
Das Theater, sagt Arthur Miller, kann nur Wahrheiten enthüllen, die schon bekannt waren, aber noch nicht als Wahrheiten erkannt worden sind. Welche Wahrheiten hat das Düsseldorfer Schauspielhaus enthüllt?
Wahrheit Nr. 1:
Das Theater ist eine Baustelle
Zunächst einmal war das Theater mit sich selbst beschäftigt. Nicht mit seiner Kunst, sondern mit seinem Gebäude....
