Die Nummer Eins
Sie war sehr klein. Sie war sehr groß. Sie war die Größte. Erna Baumbauer managte nur die Besten. Eine kleine, zierliche Frau, die sich auch von Regisseur Stephen Spielberg nichts sagen ließ, geschweige denn von irgendeinem Hollywood-Produzenten. Um ihre Schauspieler und Schauspielerinnen kämpfte sie wie eine Löwin. «Die Königin von Bayern», diesen liebevollen Titel verlieh ihr Ulrich Mühe bei einer der vielen Ehrungen, mit denen sie – spät – überhäuft wurde: Bundesverdienstkreuz, Bayerischer Verdienstorden, Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises.
Eigentlich wollte sie keine Schauspielerinnen managen, weil sie grundsätzlich Männer lieber mochte, «weil ich mit ihnen flirten kann».
Die erste Ausnahme: Elisabeth Flickenschildt. Von der sie später einen Bauernhof übernahm im Chiemgau, Schauplatz legendärer Sommerfeste. Die zweite Ausnahme: Ingrid Andree: «Sie hat jeden Vertrag für mich gemacht, bis heute.» Wen Erna Baumbauer als Klienten erkor, der wurde betreut in allen Lebenslagen. Sie war als Erste in Hamburg im Krankenhaus, als Ingrid Andree ihre Tochter Susanne Lothar bekam; sie flog jahrelang nach London, um einen ihrer Schauspieler im Gefängnis zu besuchen.
Erna Baumbauer ...
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