Grundlage Gefahr
Es ist schon zum Kotzen, viel zu jung zu sterben. Schlimm ist, dass man überhaupt stirbt, aber das Allerschlimmste ist, zu früh zu sterben, sagte man schon zu den Zeiten Homers. Es gibt aber auch fast schon genauso lange die erschreckende Gegenthese, die Nietzsche dem Begleiter des Dionysos, dem weisen Silen, in den Mund gelegt hat: «Das Beste ist für dich unerreichbar, nicht geboren zu sein, nicht zu sein, nichts zu sein. Das Zweitbeste aber ist bald zu sterben.» Das ist die Einstellung des dionysischen Künstlers, der keine Angst hat, aber damit auch keinen Selbsterhaltungstrieb.
Er liebt das Leben, aber fasst es eher so auf wie die Jahreszeiten, als ständiges Werden und Vergehen, nicht als unwiederholbares, individuelles Dasein, sondern als ästhetisches Phänomen, bei dem der Tod dazugehört und willkommen ist.
Ich kann mir vorstellen, dass Maria eine solche Einstellung nicht ganz fremd war. Und das nicht nur in der Kunst. Die Gefahr, in die sie sich begab, war vermutlich die Basis ihres Erfolgs. Wer sie sah auf der Bühne oder in irgendeinem ihrer Filme, sah immer auch diesen Todesmut – und das war schon so, als sie uns vor zwölf Jahren im Jugendclub P 14 der Volksbühne so ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2011
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Carl Hegemann
Montag, 1.8.
22.25, ZDFkultur: Gero von Boehm begegnet: Romy Haag (vgl. TH 6 + 13/1978)
0.05, ZDFkultur: Theaterlandschaften – Neue Bühne Senftenberg – vorgestellt von Esther Schweins (vgl. TH 13/2005)
5.55, ZDFkultur: Überall ist Süden – Die Wirklichkeiten des Tennessee Williams – Film von Herbert Krill
Dienstag, 2.8.
15.10, ZDFkultur: Faust I – Der Tragödie erster...
Am Ende sitzen sie im Knast, Annette (19) und Isabell (22), verhaftet auf einer Demo gegen die jahrelange Wegsperrung von Asylbewerbern. Dort endlich sind sie alle aufeinander getroffen: Annette, das Kind aus gutem Hause mit dem großen Leeregefühl und der diffusen Scham der Privilegierten, Isabell, die abgebrochene Studentin, Tochter einer ausgenutzten...
«Ein bleibendes Stück für die Theatergeschichte» möchte Peter Handke mit seiner im Jahr 1836 beginnenden Familiengeschichte «Immer noch Sturm» geschrieben haben. Und mindestens vier Stunden soll es dauern! Mal sehen, ob Dimiter Gotscheff diesen bescheidenen Wünschen bei seiner Uraufführung für die Salzburger Festspiele und das Hamburger Thalia Theater gerecht wird....
