Sprache ist Macht
Das ist schon beeindruckend, wenn einem James Bond aus knapp zwei Meter Entfernung in die Augen sieht und persönlich sagt, was er als nächstes mit Othello vorhat.
Der kleine New-York-Theater-Workshop im East Village ist in eine Holzschachtel aus Spanplatten mit Zuschauerbänken auf drei Seiten verwandelt worden. Auf dem Boden liegen Matratzen.
«Othello» in der Regie von Sam Gold und mit der Star Besetzung David Oyelowo (Othello) und Daniel Craig (Jago) spielt in einem amerikanischen Militärcamp, in einer heutigen testosterongeladenen Männer- und Kriegs-Umgebung.
Wenn das Stück beginnt, ist es absolut dunkel. Nur die Handys der Soldaten geben etwas Licht. Auch Desdemonas Bett ist eine der Matratzen im Männer-Schlafcontainer, zum Schluss die einzige. In der Welt aus Macht, Ehrgeiz und Intrigen, gelenkt vom Manipulator Jago, ist Othello neben Desdemona (Rachel Brosnahan) der einzig Liebende, was sein Verhängnis wird. Craig spielt Jago als Street Kid in kurzen Hosen und Baseballmütze; ein Junge, der sich raufarbeitet und das Recht in Anspruch nimmt, skrupellos jeden zu betrügen. Sein argloser Jungsblick, der so scheinbar offen die Zuschauer verführt, schafft ihm Vertrauen auch bei ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Stefanie Carp
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