Weltteig in den Mündern
Seit Adam und Eva beginnt alles mit einem Trauma – Geburt. Was danach folgt, sind Lektionen fürs Leben. Ungefähr so läuft es im allgemeinen und auch im konkreten Fall: Die Empfängnis war zwangsläufig, und gegen die nachfolgende Schwangerschaft konnte sie nichts unternehmen. Also rüstet die Mutter ihr Kind noch vor der Geburt für ein anderes Leben. Gehorsam befolgt es ihren Rat, sich nicht den Kleinfamiliengürtel umzulegen, aus dem Verlies auszubrechen, einen Helm aufzusetzen und nach draußen zu gehen.
Brav verweigert es auch die Entscheidung für ein Geschlecht, es wird Hermi, ein Hermaphrodit.Seine Mutter sitzt unten fest in der Geschlechter- und Mutterschaftsfalle bei ihrem Vater, der gleichzeitig der Vater ihrer Kinder ist. Statt Tageszeiten gibt es dort Geburtenzyklen, Hermi war Nummer 13, Nummer 14 überlebt nicht. Die Familie lebt tief unter der Erde, mitunter lodert hier Höllenfeuer, manchmal gibt es auch bessere Tage.
Unschwer lässt sich der Fall Fritzl in «Die Hölle ist auch nur eine Sauna» erkennen, wenn Katja Brunner eine horizontale Trennlinie zwischen dem Haus oben und «der da unten im hauseigenen Verlies» zieht. Das Haus ist umgeben vom Universaldorf oder auch ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 175
von Martina Grohmann/Marie Bues
A
Alan Ayckbourn
Alle lieben George (Staatstheater Nürnberg)
B
Jeff Baron
Mischpoke (Neues Schauspiel Ensemble, München)
Paco Bezerra
Grooming (Deutsches Theater Göttingen)
C
Adam Cass
Ich liebe dich, Mann (Stadttheater Pforzheim)
Guillaume Corbeil
Man sieht sich (Theater der Jungen Welt, Leipzig)
D
Lisa D’Amour
Detroit (Theater Münster)
F
Nathalie Fillion
Durch den Wind...
Maria und Jesus Maria sind Zwillinge. Ihr Vater, ein Spanier, dem sie die Namen verdanken, hat ihre Mutter sitzen lassen und ist längst weg.
Ihre Mutter beginnt zu trinken, und bald wird sie auch von ihren Kindern verlassen. Maria und Jesus Maria landen in einem kuriosen Umfeld als Nachbarn von Madame Bonafide, einer transsexuellen Wahrsagerin, und dem alternden...
Großes Gedränge bei den Stücken des Jahres! Knapp die Nase vorn hat Sibylle Bergs
«Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen» über das sprachstark einbildungsreiche, doch ereignisarme Leben eines Berliner Mitte-Hipster-Girlies.
Ausländischer Autor ist Martin Crimp, der mit «Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino» und «In der Republik des Glücks» für neue Impulse...
