Lebenscoaching für alle

Wie kommt es, dass man mit etlichen US-Serien Amerika erklären kann? Und wieso ist das in Deutschland undenkbar – noch?

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Dass es nicht mehr opportun ist, das künstlerische Genre der Fernsehserie gering zu schätzen – das spricht sich herum. Aber wenn die­ser noch vor wenigen Jahren eher belächelten Kunstform inzwischen sogar moralische Qualitäten nachgesagt werden, horcht man doch immer noch auf. Wie erst, wenn das Ganze weltpolitische Maßstäbe annimmt!
Schenkt man der «taz» Glauben, ret­tet eine Serie derzeit ganz Amerika, zumindest was das Ideelle betrifft.

Die Autorin einer Kolumne hatte dort kürzlich aus der US-Serie «Gilmore Girls» auf die erstaunlichen Selbst­heilungs­kräfte der amerikanischen Gesellschaft geschlossen. Dieses Land lasse sich, so die Pointe ihrer Überlegungen, letztlich eben doch nicht auf Bush-Konservatismus und Irakkrieg reduzieren.
Eine vielleicht nicht ganz so überraschende Erkenntnis, aber von der Autorin doch an einem ziemlich über­ra­schenden Objekt gewonnen. Von Politik ist bei den «Gilmore Girls» so gut wie nie die Rede. Ein gesundes Maß an Rührseligkeit ist der Serie dafür nicht fremd. Gezeigt werden alltägliche, ironisch arrangierte Szenen in einer Pro­vinz­stadt – ein langer, ruhiger Fluss von mit großem Wohlwollen und feinem Spott gezeichneten Familienproblemen, ...

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Theater heute März 2006
Rubrik: Medien/TV, Seite 62
von Dirk Knipphals

Vergriffen
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