Dortmund: Die Theatermacker

Thomas Bernhard «Der Theatermacher»

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«Empört euch!», dieser Appell war 2010 noch positiv besetzt, als Stéphane Hessel, UN-Diplomat und ehemaliger Résistance-Kämpfer, seinen gleichnamigen Essay veröffentlichte. Aus heu­tiger Sicht ist die Wortwahl ein ziemlicher Fail. Empörung ist in den sozialen Netzwerken zur Standardtonalität geworden. Im Normalfall verpufft sie dort, im schlechtesten führt sie zur digital vernetzten Menschenjagd.

Das Phänomen Empörung erklären Kay Voges und sein Team nun zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Inszenierung von Thomas Bernhards «Theatermacher» – einer dreistündigen Wut-Revue in neun Variationen des immergleichen Stückes.

Entstanden ist ein Abend, der im unmittelbaren Erleben gut funktioniert. In der Erinnerung verschwimmt er unweigerlich zu einem Chor zeternder und zürnender Theatermacherinnen und -macher, mal in SS-Uniform, mal in Neon-Aerobic-Stretch, mal im Ganzkörpergips (Kostüm: Mona Ulrich). So viel dreht sich im Kopf, dass man sich kurz vor der Tiefgarage plötzlich fragt: Lief nach dem Applaus wirklich «Utzbach, Utzbach wie Butzbach» auf die Melodie von Abbas «Waterloo» – oder passiert das nur in meinem Kopf? In beiden Fällen hat das T.D. Finck von Finckenstein zu verantworten. Er ...

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Theater heute Mai 2018
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Cornelia Fiedler

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