Kategorie Mittelstand
Zum Schluss plant einer sein Verschwinden. Er wird keine Spuren hinterlassen, keine Geschichte schreiben, sich unsichtbar machen. Niemand wird ihn vermissen, niemand wird nach ihm fragen, da er längst ausgeschieden ist aus dem System, das die Gesellschaft zusammenhält, aus den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhängen, die sie definieren.
Natürlich kennen wir sie, die Theorien über Kapitalismus, Globalisierung und das geschundene Individuum.
Wir wissen, dass der Mensch mit seiner labilen Psyche den ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit hinterher hinkt und identifizieren Orientierungslosigkeit und Zusammenbruch mühelos als signifikante Zustände des modernen Individuums. Für das dritte Jahrtausend sind wir bestens gerüstet, wir Fachleute der Debatten um Beschleunigung, Regellosigkeit, Mobilität und Flexibilität.
Andreas Marber gelingt in seinem neuesten Stück das Kunststück, diese Themen zu vertiefen, indem er sie dem flachen Genre der Komödie zum Fraß vorwirft und eine grimmige Tragödie in den Menschen entzündet. In ihren Abgründen offenbaren sich Brutalität und Lächerlichkeit, Verlorenheit und Verletzlichkeit. Es bleibt ihnen nichts als Scheitern – an ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 166
von Sonja Anders
Eine verschneite Landschaft, eine abgelegene Straße, zwei Männer im Gebüsch versteckt. Sie stehen sich gegenüber, nur durch die Straße voneinander entfernt, sie können sich nicht sehen, aber sie sprechen miteinander. Sie erzählen von Familienausflügen, von Betriebsfeiern, von diversen Liebschaften. Sie äußern sich heiter, bisweilen geradezu aufschneiderisch...
Nachdem sie mit zwölf Jahren zum ersten Mal im Theater war, teilte sie den Eltern ihren Entschluss mit, Schauspielerin zu werden. Von da an hat Constanze Becker ihr Ziel mit aller Kraft und Entschiedenheit verfolgt. Die Unerbittlichkeit, die sie dabei an den Tag legte, ist aufs Eindrucksvollste in Andres Veiels Film «Die Spielwütigen» (2005) dokumentiert. Constanze...
Mein Bruder Tom» ist ein Stück, das verschiedene Perspektiven rund um diesen Bruder beschreibt, der einen der vielen Kriege, um die es gehen könnte, nicht überlebt hat. Keines der disparaten «Paare» Ellen und Gloria, Sophie und Robert, Tom und Sky, Laif und Helena scheint mit sich selbst oder dem jeweils anderen besonders viel zu tun zu haben. Was sie im Leben...
