Jürgen Holtz am Berliner Bahnhof
Was Berlin anlangt, so kann man es, wenn man am Hauptbahnhof aussteigt, gleich kennenlernen. Da gibt es nämlich zwei Sachen. An der Nordausfahrt steht – das hat mich immer sehr beeindruckt: ‹Bombardier begrüßt Berlin.›
Und an einer Wand etwas schamhaft in der Ecke auf einer Etage dieses Bahnhofs steht vor Glas und von hinten beleuchtet ein Spruch. So, dass man ihn eigentlich nicht sehen kann, aber man kann ihn doch sehen, wenn man Langeweile hat und am Bahnhof rumläuft. Er heißt: ‹400 Meter von hier regiert das Volk.
› Der Spruch ist so dämlich, weil 400 Meter von da eben Frau Merkel regiert! Das Volk kann gar nicht regieren, Gottseidank nicht!
Etwas weiter gibt es dann das Parlament, und da machen sie die Gesetze. Die regieren also auch nicht! Also – der Spruch ist nur für Doofe, nicht?»
Jürgen Holtz bei der Verleihung des Theaterpreises Berlin der Stiftung
Preußische Seehandlung. Seine Dankesrede erscheint im nächsten Heft.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2013
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Jürgen Holtz
Als Interviewpartner ist Lars Eidinger ein Sechser im Lotto. Im Vorfeld seiner von reichlich Presse flankierten «Romeo und Julia»-Inszenierung sagte er lauter goldene Worte: «Mein Beruf ist wie Sex» («Zeit-Online»), «Ich profitiere sehr von diesem Gefühl: Ich kann sie alle haben» (im Berliner Stadtmagazin «Zitty», unnötigerweise gefolgt vom abschwächenden «Ich...
Das zweite Leben auf der Bühne: Suse Wächter spielt mit und durch Suse Wächters Puppen – ein Porträt
Seit 2008 leitet Stefanie Carp das Schauspielprogramm der Wiener Festwochen – eins der größten europäischen Festivals. Ein Gespräch zum Abschied
Wie fühlt man sich als augenscheinlicher Ausländer, wenn man am Tag nach einem Anschlag durch die Straßen der Großstadt...
Eigentlich sind sie uns sehr nahe, liefert ihre Kultur doch den Gründungsmythos des Abendlandes. Bei Ovid ist zu lesen, der in amourösen Angelegenheiten dauerbereite Zeus habe sich dereinst in einen Stier verwandelt und eine junge Frau entführt, die uns den Namen gibt: Europa, die Tochter des phönizischen Königs Agenor habe gerade am Strand gespielt, als der...
