Fremd zieh ich wieder aus

In seinem zweiten Jahr bei den Wiener Festwochen wollte der umstrittene Intendant Tomas Zierhofer-Kin alles besser machen. Es war nicht gut genug

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Der spektakulärste Moment der Wiener Festwochen 2018 ging erst am Tag danach über die Bühne. Am 18. Juni fand die letzte Vorstellung des Festivals statt – Sartres «Troerinnen», von Ong Keng Sen im Stil der klassischen koreanischen Opernform Changgeuk inszeniert. Am 19. Juni gab Festwochen-Intendant Tomas Zierhofer-Kin, drei Jahre vor Ablauf seines Vertrags, seinen Rücktritt bekannt.

Die einvernehmliche Vertragsauflösung erfolgte nach einem Gespräch mit der neuen Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, dem Festwochen-Aufsichtsratsvorsitzenden Rudolf Scholten und dem Geschäftsführer Wolfgang Wais, und sie wurde von höflichen Worten («Ich schätze seine Arbeit», «Ich bedauere diesen Schritt») begleitet. Aber es lässt sich nicht wegreden: Tomas Zierhofer-Kins Versuch, die Wiener Festwochen neu zu erfinden, ist gescheitert. 

Im Vorjahr zeigte die Kombination aus nassforschen Ansagen («Wir wollen die Welt verändern!») und einem verstiegen kuratierten, schlecht präsentierten Programm fatale Wirkung: Erstaunlich, wie schnell auch ein bestens etabliertes Festival wie die Wiener Festwochen bei Publikum und Kritik seinen Kredit verspielen kann. Das zweite Jahr lief zwar etwas besser, ...

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Theater heute August/September 2018
Rubrik: Festivals, Seite 6
von Wolfgang Kralicek

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