«Architektin ihrer Emotionen»

In Andres Veiels RAF-Spielfilm «Wer wenn nicht wir» spielte Susanne Lothar die Mutter von Gudrun Ensslin. Ein Gespräch über eine intensive Arbeitsbeziehung

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TH Andres Veiel, Sie haben Susanne Lothar in Ihrem ersten Spielfilm «Wer wenn nicht wir» als Ilse Ensslin, die Mutter von Gudrun Ensslin, besetzt. War das Ihre erste Begegnung? Wie und warum kam es zu dieser Besetzung?
Andres Veiel Vorgeschlagen hatte sie meine Casterin Simone Bär. Suse Lothar selbst war erst mal zögerlich. Sie sagte, sie schätzt meine Arbeit – sie kannte «Black Box BRD» und zwei, drei andere Filme –, aber die Rolle sei ihr zu klein, wir müssten uns treffen.

Beim ersten Treffen hat sie gefordert – und ich mochte das –, stärker vorzukommen. Ich hab gemerkt, dass es ihr nicht nur um Quantität ging …

TH … Entschuldigung, das klingt aber ziemlich divenhaft!
Veiel Ihre Haltung war: «Ich habe jetzt gerade bei Haneke ‹Das weiße Band› gemacht, und ohnehin ist der Film hauptsächlich durch meine Intervention entstanden. Er hatte ihn schon aufgegeben, und ich habe ihn darin unterstützt und dazu ermuntert, ihn doch zu verwirklichen.» – Sie sah sich immer auch in der Rolle einer konspirativen Inspira­tionsquelle, um die Dinge zum Besseren zu kehren. Das war für mich eine Herausforderung, aber ich mochte die Intensität, mit der sie ranging. In ihrem Spiel stand sie von Anfang an ...

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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Barbara Burckhardt

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