Gezielte Unschärfe
Das Erste, was uns vor dem Pavillon zwischen Théâtre de la Ville und Théâtre du Châtelet in die Hand gedrückt wird, ist ein Orientierungsplan für die beiden Bühnen im Zentrum von Paris. Die Châtelet-Seite zeigt Rot auf Schwarz eine labyrinthische Grafik voller Linien und Reizworte. HYSTERIE, KRIEG, ANGST und UNTERWERFUNG stehen SEX, LUST, JUGEND und ZURÜCKWEISUNG gegenüber, dazwischen IDEOLOGIE, MORAL, INTELLEKT, ORGASMUS und andere starke Begriffe, die anscheinend systematisch und bedeutungsvoll aufeinander bezogen sind.
Auch das Théâtre du Châtelet ist, wie sich zeigen wird, auf Wänden, Türen und Fußböden mit diesen Schlagworten beschriftet. Doch hinter der Pforte, die ORGIE verspricht, verknäulen sich keine Leiber, bei SADISMUS wird keiner gequält, und der Flur, der zu KRIEG führen soll, endet vor einem klapprigen Bauzaun.
«Follow the navigation word by word» – alles nur ein Spiel mit geschickt geschürten Erwartungen? So wie der Plan, der keiner ist, verhält sich vieles bei DAU, um das so viele Gerüchte und Geschichten wuchern wie um kein anderes internationales Großkunstprojekt der letzten Jahre. Schon vor einem Jahr erhielt man in Berlin graue Mensa-Marken mit ...
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Theater heute April 2019
Rubrik: International, Seite 46
von Eva Behrendt
Zu den unvergesslichen Momenten der diesjährigen Berlinale, Dieter Kosslicks letzter, gehörte die Pressekonferenz, die Angela Schanelec zu ihrem Wettbewerbsfilm «Ich war zu hause, aber ...» gab. Da saß diese fragile Person, Jahrgang 1962, zwischen ihren Schauspieler*innen und sagte mit mädchenhaft staunender Stimme Sätze wie: «Kann sich irgend jemand nicht für Esel...
Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.
Schiller, Wallensteins Lager, Prolog
Bruno Ganz starb in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar. Und noch desselben Tages empfing eine respektvoll erschütterte Welt die Nachricht von seinem Tod. (Thomas Mann, Der Tod in Venedig)
«Er war einer der Größten seiner Zunft», resümierte die «Zeitung für Deutschland» auf...
Aachen, Grenzlandtheater
14. Vattrodt, Ein großer Aufbruch
R. Uwe Brandt
Annaberg-Buchholz, Theater
7. Lessing, Nathan der Weise
R. Dietrich Kunze
Basel, Theater
11. Lorca, Yerma
R. Mateja Koležnik
16. Projekt, Das Theater der Bilder (U)
R. Daniela Kranz (Eine Koproduktion mit dem Kunstmuseum Basel)
Bautzen, Theater
26. nach Aischylos, Die Orestie
R. Mario Holetzeck
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