Ein unmögliches Paar
Luc Bondy und Stefanie Carp, der Intendant und die Schauspieldirektorin der Wiener Festwochen, waren eigentlich ein unmögliches Paar. Der eine gehört zu den letzten Vertretern der Spezies Theatertheaterregisseur, die andere ist eine moderne Theaterintellektuelle. Der eine inszenierte ein Stück nach dem anderen vom Blatt, die andere kuratierte ein Programm, in dem das klassische Drama kaum noch eine Rolle spielte. In der Lücke, die zwischen den Theaterbegriffen von Carp und Bondy klafft, wäre locker Platz für zwei, drei andere Festivals.
Eigentlich erstaunlich, dass die beiden es jahrelang geschafft haben, zusammen eines zu leiten (siehe auch das Gespräch auf S. 36 ff. in diesem Heft).
In ihrem letzten, insgesamt siebten gemeinsamen Jahr war der Kontrast schärfer denn je. Carp hatte mit der Performance-Ausstellung «Unruhe der Form» endlich doch noch ein langgehegtes Lieblingsprojekt realisiert; Theater war darin nur noch in Spurenelementen vorhanden. Bondy wiederum zeigte mit seiner Pariser Pinter-Inszenierung «Le Retour» (TH 12/12) und einem mit dem Burgtheater koproduzierten «Tartuffe» zwei Arbeiten, die Carp ziemlich sicher nicht eingeladen hätte.
In beiden Aufführungen ...
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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Festivals, Seite 6
von Wolfgang Kralicek
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