Denn die Verhältnisse

Zwei Prekariatsklassiker, in Berlin aufgeführt von Robert Wilson und Michael Thalheimer: Brechts «Dreigroschenoper» im Berliner Ensemble, Hauptmanns «Die Ratten» im Deutschen Theater

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Ihre Arbeiten ähneln sich nur in einem: hundertprozentige Wiedererkennbarkeit. Der 66-jährige Robert Wilson und der 42-jährige Michael Thal­heimer gelten als Methodenregisseure, die jeden Stoff in ihr Regierezept zwingen und Schauspieler als Exekutoren ihrer ästhetischen Konzepte agieren lassen: die Korsettmeister des deutschen Theaters. 

Der Wahrheitsgehalt dieses theaterkritischen Allgemeinplatzes ließ sich jetzt in Berlin  in Zwei-Wochen-Frist mal wieder überprüfen: Wilson und Thalheimer inszenierten je einen Prekariatsklassiker.

Auf den ersten Blick durchaus nach ihren bekannten Spielregeln. Brechts «Dreigroschenoper» verzierte am Berliner Ensemble Robert Wilson in 3 Stunden 30, Hauptmanns «Ratten» reduzierte Michael Thalheimer am Deutschen Theater in 1:40. Doch siehe da: Ganz so eindeutig wie geglaubt ist die Lage nicht.
   

Show der Extraklasse

Es dauert allerdings tatsächlich eine ganze Weile, bis Robert Wilsons «Dreigroschenoper» die Grenze des Erwartbaren überschreitet. Es ist unübersehbar der akkurate Licht- und Puppen­dirigent Wilson, der da das 20er-Jahre-Schurkenstück von Bert Brecht mit den unkaputtbaren Ohr­würmern zur Raison bringt. 

Wenn Walter Schmidinger sonor ...

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Theater heute November 2007
Rubrik: Aufführungen/Festivals, Seite 18
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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