Aussenseitersieg
Andreas aus Braunschweig hat 14 Jahre Musikwissenschaft studiert und ist dann nach Paris gegangen. Promovieren, sagt er. Inzwischen lebt er auf der Straße, kann aber trotzdem Verdis «Macht des Schicksals» nach Tonarten brillant analysieren und setzt zur melancholisch-düsteren Passage in e-Moll die erste oder auch schon fünfte Molle an. Dass der verpfuschte Begabte noch so drauf ist, verdankt er einem Unbekannten, der ihm 5000 Euro zusteckte, die Andreas nach gelungenem Neustart in der Kirche Sainte-Marie des Batignolles der heiligen Thérèse stiften soll.
Das Geld ist bald aufgebraucht, und auch der versuchte Bußgang endet häufig genug in der Kneipe «Cello» gleich neben der Kirche. Dort schmeckt die Bierbrühe dem anspruchslosen Trinker, der längst weiß, dass sich der Teufelskreis geschlossen hat. Andreas hat ausgespielt und ist doch ein sympathischer Kerl, bei dem man nicht recht weiß, ob man ihn wegen fehlender Chancen bemitleiden oder wegen vertaner Möglichkeiten kritisieren soll. Als gebildeter Clochard spricht er zum Hörer immer wieder über die große Musik und also übers Leben.
Natürlich, das Geld zum Wenden des Schicksals ist im Wesentlichen ein Motiv aus
Joseph Roths ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: , Seite 62
von Thomas Irmer
Und dann ging alles ganz schnell. Kaum fünf Wochen dauerte es von dem durch Indiskretion bekannt gewordenen Angebot bis zur Vertragsunterschrift, mit der Karin Beier am 4. März im Rathaus der Hansestadt ihre Intendanz des Deutschen Schauspielhauses Hamburg zur Spielzeit 2013/14 besiegelte. Beiers Timing saß perfekt, und ihre Taktik ging auf, sich in Hamburg früh...
Fernsehen
Freitag, 1.
19.40, Theaterkanal: Rosmersholm – Schauspiel von Henrik Ibsen, mit Angela Winkler, Gert Voss, Peter Fitz, Otto Schenk, Klaus Pohl, Annemarie Düringer u.a., Regie Peter Zadek. Aufzeichnung aus dem Burgtheater Wien
(vgl. TH 1/01)
Samstag, 2.
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: Theater Kiel – vorgestellt von Esther Schweins. Ein Film von...
Zu Beginn noch einmal einer dieser magischen Momente, die das Theater des Dieter Dorn in den 1980er Jahren (damals noch an den Münchner Kammerspielen) berühmt gemacht haben: Die leere Bühne, aufgerissen bis zur weißgetünchten Brandmauer, ein wenig Nebel über den Brettern, so dass einen prä-paradiesischen Augenblick lang an diesem wüsten Ort alles möglich scheint....
