Drinnen und draußen

Patricia Nickel-Dönicke und Holger Schulze über Mario Salazar «Alles Gold was glänzt»

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Mario Salazar, geboren 1980, hat beim Fußballspielen als Kind quasi auf die Berliner Mauer spucken können. Sein Vater ist vor Pinochet geflohen; was sein Halbbruder gerade in der Megacity Santiago de Chile macht, weiß er nicht. Er arbeitet als Barmann, und am liebsten bestellen die Berliner Miezen bei ihm den Cocktail «Latin Lo­ver».

Die Zeit als Holzfäller, Tierpfleger, sein Zivildienst in der Gemeindepsychiatrischen Klinik Wilmersdorf-Eibenhof und das Magisterstudium der Politikwissenschaft, Lateinamerikanistik und Nordamerikastudien an der Freien Universität Berlin sowie an der Universidad de Chile in Santiago scheinen Lichtjahre entfernt. Er ist Student am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und schreibt bereits an seinem fünften Theaterstück. Sein allererstes wird nun in Heidelberg von Milan Peschel uraufgeführt.

Es gilt dabei, ein Stück Leben der Familie Neumann zu zeigen. Während draußen die Anar­chisten auf die Barrikaden gehen, läuft bei Neumanns die Glotze. Zur Primetime kommt die Realityshow «Alles Gold was glänzt», wenn nur nicht immer die Nachrichten vom Chaos da drau­ßen zwischendurch nerven würden. In der TV-Show kann man einen Job zur Bespaßung der voyeuristischen ...

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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 167
von Patricia Nickel-Dönicke, Holger Schulze

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