Neue Stücke · Aufführungen (3/2019)
Neue Stücke
Vor zehn Jahren landete die damals noch unbekannte Yael Ronen an der Berliner Schaubühne mit einem isarelisch-palästinensisch-deutschen Ensemble und dem böse-lustigen Stereotypen-Clash «Dritte Generation» einen Theaterhit. Eine Einwanderungswelle und viele Rechtsrucke später überprüfen Ronen & Ensemble am Gorki Theater noch einmal das Setting von damals: «Third Generation – Next Generation». Ebenfalls am Gorki versammelt Stefan Kaegi vier Vertreter*innen der Enkelgeneration kubanischer Revolutionäre: «Granma. Posaunen aus Havanna».
Mehr Doku-Theaterstoff liefern Nuran David Calis’ Kölner Recherche zum Völkermord in Namibia «Herero_Nama» sowie das Dresdner Bürgerbühnenprojekt «Früher war alles» von Dirk Laucke mit Einwohnern der Gemeinde Freital (R. Jan Gehler). Eric de Vroedts sechsteilige Theaterserie «The Nation I+II» bringt David Bösch an zwei Abenden im Schauspiel Frankfurt auf die Bühne. In Ferdinand Schmalz’ «der tempelherr» am Deutschen Theater Berlin gerät ein Häuslebau aus den Fugen (R. Philipp Arnold), Rebecca Kricheldorfs «Werwolf» (R. Bettina Bruinier) spielt in Saarbrücken mit Künstlermythen und Petra Hulovas «Eine kurze Geschichte der Bewegung» in ...
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Theater heute März 2019
Rubrik: Daten, Seite 62
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Die Studiobühne des Burgtheaters, das Vestibül im linken Flügel des Haupthauses, ist ein denkbar schwieriger Theaterraum. Gegen die klassizistische Pracht der von Marmorsäulen gesäumten Wände muss man erst einmal anspielen, und für Raumgestaltungen, die das dominante Ambiente entschärfen könnten, ist zu wenig Platz. Eigentlich brutal, dass ausgerechnet das Vestibül...
Das Berliner Ensemble hat Heiner Müller ein sehr besonderes Geschenk zum 90. Geburtstag gewidmet. Die Torte wurde bei Fritz Kater bestellt, und sie hat vier Portionen. In der ersten betrachtet ein – junges? – Nachgeborenen-Paar Fotos aus Müllers letzten beiden Lebensjahren mit seiner jungen Frau Brigitte Maria Mayer und macht sich einfühlsame Gedanken, ob sie...
Je finsterer die Zeiten, desto lichter wurde Brechts Schreiben. In der Frühphase der Weimarer Republik gab’s diese expressionistisch hochfahrende Antibürgerlichkeit mit «Baal», da schlugen Nietzsche und Marx wie zwei Herzen in der Brechtschen Brust hart gegeneinander. Es folgten vielstimmige Großstadtbegegnungen und die Reflexe auf den stalinistischen Terror in...
