Notizen
Hauptstadt-Boulevard
Christoph Hein, vom Berliner Kultursenator Thomas Flierl ausersehener designierter Intendant des Deutschen Theaters, hat zurückgezogen, weil es ihm nicht gelungen ist, überzeugende Hausregisseure zu finden. Misstrauen gegen seine Theaterleiter-Fähigkeiten kann er darin nicht entdecken, sondern fühlt sich am «geistigen Klima gescheitert» und reicht sein Versagen an die Presse weiter, im Wesentlichen an die «Frankfurter Allgemeine Zeitung».
Wegen deren massiven Vorverurteilungen sollen viele von Heins Favoriten aus Angst vor Verrissen ihre Mitarbeit wieder abgesagt haben. Zwar fürchtet inzwischen kein ernst zu nehmender Regisseur oder Schauspieler mehr einen FAZ-Verriss, aber die Ausrede war trotzdem eine überzeugende Begründung. Wer vor öffentlichen Auseinandersetzungen über den öffentlichen Ort Theater zurückschreckt, ist dort fehl am Platz. Dies noch rechtzeitig bemerkt zu haben, bleibt Heins Verdienst. Bei der wieder offenen Intendantensuche hat sich
die gescholtene Presse inzwischen sehr engagiert. Die «B.Z.» wollte bei Christoph Schlingensief nachfragen, bekam aber nur seinen Vater ans Telefon, der seinem Sohn alles zutraut, also auch die DT-Intendanz. Ein ...
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Thomas Bernhard und Nürnberg – damit könnte man es sich sehr einfach machen: «… wie dieser schreckliche Ur- und Vor-Nazi Dürer», heißt es an einer Stelle in den «Alten Meistern», «der die Natur an die Leinwand gestellt und getötet hat, dieser schauerliche Dürer, wie Reger sehr oft sagt, weil er Dürer tatsächlich zutiefst hasst, diesen Nürnberger Ziselierkünstler.»
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Neulich bei Kanzlers zu Hause: Da steht der Chef aller Deutschen mit offenem Hemd und Rotweinglas, und seine Tochter kommt vom Disco-Besuch nach Hause. Der war leider nicht sehr sexy, weil es wohl nichts auf der Welt gibt, wo Personenschutz so peinlich stört wie im Nachtleben. «Papa, wir leben hier wie im Knast», erklärt die Kleine unserem Bundeskanzler und trollt...
Die Cinemascope-Kiste steht wie ein zu groß geratenes, dummerweise aber leeres Weihnachtsgeschenk auf der Bühne. Das passt insofern, als die Spielzeit sich bereits der Halbzeit und das Theater jener Form der Entspannung nähert, die sich immer dann einstellt, wenn der Betrieb zwischen den Jahren nicht mehr unbedingt auf Hochtouren läuft. Betrachtet man es so, könnte...
