Christine Henniger, Martin Koerber, Karl-Heinz Frommolt, Jan Lazardzig und Thilo Wittenbecher diskutieren «Bewegung im Bild» im Internationalen Theaterinstitut Berlin (ITT); Foto: Internationales Theaterinstitut Berlin

Das digitale Gedächtnis

Wie Theater aufbewahren? Eine Berliner Tagung macht sich Gedanken

Theater heute - Logo

Wer einmal im Archiv der Akademie der Künste den Mitschnitt einer historischen Theateraufführung – beispielsweise Frank Castorfs legendäre «Räuber von Schiller» aus dem Jahr 1990 – angeschaut hat, kennt das Problem: Man starrt stundenlang auf kontrastarmes, grobkörniges Bildoberflächenmaterial, das bei glück­licher Schnittmenge von Kameraausschnitt und Bühnengeschehen die Bewegung von Menschen in einem Raum erahnen lässt. Schon die Zu­ordnung einzelner Sprachäußerungen zu einer Figur ist im allgemeinen akustischen Rausch­zustand eine echte Herausforderung.

Und Bert Neumanns dazugehöriges Modellbuch ist zwar ein berührendes Zeugnis künstlerischer Sorgfalt, vermag aber ebenfalls nur unzulänglich Auskunft über das eigentliche Ereignis zu geben. Kurz: Um mit den materiellen Reliquien einer historischen Inszenierung überhaupt etwas anfangen zu können, empfiehlt es sich, das Original gut zu kennen. 

«Digitalisierungsoffensiven»

Im Wettbewerb um öffentliche Ressourcen und Aufmerksamkeitsökonomien haben es die ma­teriellen Objekte des kulturellen Erbes wie alte Gemälde, historische Architekturen oder pittoreske Porzellanvasen natürlich leichter. Still und beschaulich halten sie dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2018
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Anja Quickert

Weitere Beiträge
Thomas Melle: Versetzung

Personen

Ronald (Roland) Rupp
Kathleen Rupp
Schütz
Inga Römmelt
Falckenstein
Sarah
Leon
Manu (Claire) Cordsen,
Mutter von Sarah
Lars Mollenhauer, Vater von Leon

 

1

Ronald Okay.
Haben sich alle beruhigt?
Ja?
Pause.
Dann reden wir jetzt darüber. Wir reden jetzt darüber, wieso man solche Wörter nicht gebrauchen sollte. Wahrscheinlich wisst ihr es eh. Oder etwas in euch weiß...

Die Hexenver­brenner

Unfassbare Szenen spielten sich ab an der Rua Clelia in Sao Paulo. Hier ist die SESC-Filiale zu Hause. Der «Servico So­cial de Comercio» ist der Sozial- und Kultur-Service der nationalen Handelskammer und die mit Abstand wichtigste Institution zur Förderung von Kultur in Brasilien. Die Tagung im SESC beschwor «Das Ende der Demokratie» – ein durchaus...

Das Beleidigungsdilemma

Vier Performer, darunter Dirk Laucke selbst, sitzen auf lässig gestylten Sofas vor Lamettavorhang und einem Nippes-Regal, auf dem sich ironisch zitierte Gemütlichkeit aus Hirschge­weihen und Kuckucksuhren mit Trump-Porträts und US-Flaggen treffen: So könnte man sie vielleicht zusammenfassen, die Ingredienzen des Populismus. Da Laucke, neuer Hausautor am Theater...