Das Programm bin ich!
Der Schauspieler Sven-Eric Bechtolf ist ein Ausnahmekönner. Der Regisseur Bechtolf hat sich, zumindest im Sprechtheater, nicht durchgesetzt. Und als Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele ist der Mann, seiner ersten Saison nach zu schließen, eine Fehlbesetzung.
Wie hatte es überhaupt so weit kommen können? Die Spur führt zurück ans Thalia Theater der 90er Jahre, als der Schauspieler Bechtolf begann, auch Regie zu führen – und das auch noch vielversprechend: Gleich eine seiner ersten Regiearbeiten, die kleine Marivaux-Inszenierung «Der Streit», wurde 1996 zum Theatertreffen eingeladen. Prompt wurde der ehrgeizige Bechtolf als logischer Nachfolger von Thalia-Intendant Jürgen Flimm gehandelt.
Daraus wurde dann allerdings doch nichts. Aber als Klaus Bachler 1999 Burgtheater–direktor wurde, holte er Bechtolf nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Hausregisseur nach Wien. Dort war Bechtolf zwar für zwei Publikumshits («Reigen» und «Cyrano») verantwortlich; künstlerisch aber erfüllte er die Erwartungen – offenbar auch die eigenen – nicht, und der Regisseur Bechtolf wechselte das Metier. Seit mehr als zehn Jahren inszeniert er nur noch Opern, vor allem in Zürich. Und als der ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Aufführungen & Festivals, Seite 14
von Wolfgang Kralicek
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