Überstehen ist alles
Für potenzielle Helden ist das Leben ja ziemlich langweilig in unseren Breiten. Kriegszüge kommen seit 60 Jahren nicht mehr in Frage, die Katastrophe trägt den Vornamen Klima und lässt sich noch gut verdrängen, der Sonnenkollektor auf dem Dach ersetzt den Feldzug. Die Sehnsucht nach dem Heldentum, dem Abenteuer in Gefahren, die letzte Kräfte in Anspruch nehmen, darf sich im Dschungelcamp austoben. Im Spiel ein zweites Leben führen, das gar nicht weh tut, dafür gibt es die Identifikationsmaschine Kino und viel länger schon das Theater.
Seit neuerem aber auch das Internet, zum Beispiel, schwer gehyped, die virtuelle Welt des «Second Life», in dem sich das brave Alltags-Ich als Superman und Sexbombe betätigen kann. Was passiert wohl, wenn man die beiden Spiel-Welten zusammenbringt (und ganz nebenbei vom Hype noch profitiert)?
Das zweite Leben in Helgeland
Viel weniger, als gedacht. Und viel mehr. Roger Vontobel setzt das vollmundig als «Mixed World Production» angekündigte Experiment im Malersaal des Hamburger Schauspielhauses mit einem frühen Ibsen ins Werk. Eine Riesenleinwand schließt die Bühne von Claudia Rohner ab: der Super-Bildschirm, bigger than life. Davor stellt nüchternes ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Selten spielt ein Film über einen erfolgreichen Bühnenkünstler so viel im Wald. Nicht etwa im Wald als einem romantisch aufgeladenen Sehnsuchtsort und Schauplatz dramatischer Weltliteratur, sondern ganz nüchtern als landwirtschaftliche Nutzfläche, als Ort von Arbeit im engeren Sinn, denn seinen «Nebenberuf» Schauspieler hat Josef Bierbichler, Sohn einer Bauern- und...
Mit dem klassischen Repräsentationstheater haben sie es nicht so. Die Einheit von Schauspieler und Rolle ist ihre Sache nicht. Aber die Gegenangebote, die Rimini Protokoll und Laurent Chétouane dem Theater unterbreiten, könnten kaum unterschiedlicher ausfallen. Wo Rimini den Bühnenprofi zugunsten der «Experten des Alltags» verabschieden, wo sie den versierten...
Das Schauspielhaus liegt in Wien-Alsergrund, also mitten in Dodererland. Der Wiener Schriftsteller Heimito von Doderer (1896–1966) hat den neunten Bezirk mit seinem Roman «Die Strudlhofstiege» (1951) in die Literaturgeschichte eingeschrieben. Und das Schauspielhaus in der Porzellangasse befindet sich mitten am Schauplatz: Melzer, der Held des Romans, wohnte ein...
