Der deutsche Aufstand neigt zum Grillfest
Franz Wille Wenn man sich das Personenverzeichnis durchliest, besteht die «Kritische Masse» aus alten Bekannten aus den Stücken der 90er Jahre – zumindest den Namen nach: ob nun Gretschke aus «Londn-LÄ-Lübbenau» oder Lothi Ackermann aus «Bis Denver». Und wenn man dann weiterliest, fragt man sich, was seit der Wende oder den unmittelbaren Nachwende-Jahren eigentlich anders geworden ist. Es sind immer noch die nämlichen liebenswerten Dumpfbacken, die etwas distanzlos und schlicht durch ein Leben taumeln, das sie weitgehend überfordert.
Hat sich um und mit diesen Menschen seit damals wirklich so wenig verändert?
Oliver Bukowski Die Figurenbibel des Stückes ist nur knapp zur Hälfte mit dem bestellt, was man als «typisch Ost» bezeichnet. Warum noch immer so viel über etwas, das längst abgeschrieben ist, könnte man freilich fragen. Aber an den konkreten Lebensumständen des Ostlers und seiner Ostlerin hat sich wohl tatsächlich wenig geändert. Das Ost-West-Thema, das damals noch im Vordergrund stand, ist inzwischen erledigt. Es war, wenn man so will, das letzte Thema, bei dem sie wesentlich vorkamen. Die kulturellen Umbrüche der Globalisierung und des verschärften Existenzdrucks sind so ...
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Eines Tages begann mitten im Lande ein kleiner Tümpel zu singen. Alle Menschen in seiner Umgebung wurden von seinen wohltuend alles lähmenden, einhüllenden Klängen angelockt, versammelten sich um ihn herum und starrten ins singende Wasser hinein, sie wurden von den Tönen, die aus dem Teich sich erhoben, gefangengehalten. Vom Wind wurde die Musik des Tümpels...
Wie jede gute Serie funktioniert auch René Polleschs Diskurstheater-Endlos-Soap nach strengen Regeln. Anstelle eines Plots gibt es eine These, die der Autor/Regisseur aus Schriften seiner aktuellen Lieblingstheoretiker ableitet. Und das triviale Setting, in dem diese These präsentiert wird, ist bekannt aus Film und Fernsehen.
«Fantasma» heißt die neue Folge. Es ist...
Das Vestibül, die kleinste Nebenspielstätte des Burgtheaters, wird entweder für Mini-Inszenierungen von Regieassistenten oder als intime Lesebühne genutzt, auf der Burgschauspieler in ihrer Freizeit Weltliteratur rezitieren. Auch Joachim Meyerhoff tritt hier regelmäßig mit Leseabenden auf. Allerdings rezitiert er keine Klassiker, sondern Geschichten, die das Leben...
