Tableau vivant der Spätmoderne

Thomas Köck «paradies fluten (verirrte sinfonie)»

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Zwei «postparzen» eröffnen Thomas Köcks «paradies fluten (verirrte sinfonie)», «die von der vorhersehung übersehene» und «die von der prophezeiung vergessene», alte, elegant befrackte Damen, wahrscheinlich die letzten ihrer Art auf dieser Erde.

Die Schicksalsgöttinnen am Ende der Zeit lassen den Zuschauer teilhaben an ihrer Vision der universellen Auslöschung: Entspannt erklären sie die in den nächsten sechs Milliarden Jahren zu erwartende solare Katastrophe – nach Ausdehnung und Implosion der Sonne hat sich das Leben auf der Erde sowieso erledigt, kein Grund, verbissen festzuhalten am eigenen Sein und dessen Geschichte. Bis dahin aber gibt es einiges zu erzählen, und diesen Mahlstrom entfesseln Thomas Köcks apokalyptische Conférencières mit Freuden: Nach der Ouvertüre brechen Materialfluten über die Bühne herein, eine Sprachpartitur wird entfaltet, die sich klug und zutiefst sprachskeptisch in die Auseinandersetzung mit der heutigen Welt begibt. 

«falsche erinnerungen» fluten jetzt die Bühne, «vergangenheiten, die so nie stattgefunden haben», Zitate quer durch die Jahrtausende – ob aus biblischem Kontext oder von Ovid, aus ökonomie- und sozialtheoretischen Werken von Adam Smith ...

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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 184
von Maria Schneider

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