Ein Zeitalter wird Geschichte
Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.
Schiller, Wallensteins Lager, Prolog
Bruno Ganz starb in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar. Und noch desselben Tages empfing eine respektvoll erschütterte Welt die Nachricht von seinem Tod. (Thomas Mann, Der Tod in Venedig)
«Er war einer der Größten seiner Zunft», resümierte die «Zeitung für Deutschland» auf «FAZ-online»; dort hatte man wohl die Nachricht aus erster Hand.
Nur welcher Zunft? Die Theaterkritik griff in die Tasten, obwohl Ganz in den letzten Jahrzehnten kaum mehr auf der Bühne gestanden hatte, aber dutzende Male vor der Kamera. Die «Süddeutsche Zeitung» fand ihre Sätze ganz oben im Trauertremolo-Regal: «Wenn einer wie Bruno Ganz stirbt, geht ein Ruck durchs Land, der viele erschüttert, war er doch einer der genialsten deutschsprachigen Schauspielkünstler, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Einer, der so vielen Menschen etwas gegeben, sie angerührt, aufgewühlt, beseelt und zudem Theatergeschichte geschrieben hat.»
Und der fürs Feuilleton verantwortliche Herausgeber der «FAZ» schrieb auch noch rasch online: «Seit Mitte der sechziger Jahre schon war Bruno Ganz berühmt, als zentraler männlicher Darsteller an der ...
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Theater heute April 2019
Rubrik: Nachruf, Seite 4
von Michael Merschmeier
ich bin die bremse,
die dieser lahmen stute
in die flanke beißt.
sokrates
beingsafeisscary
banu cennetoglu
figuren:
heinar sprachlos, das heißt verstummt, aber mit einem körper ausgestattet,
der seine eigene sprache spricht; heinar baut, baut wie verrückt, ist mit einem bühnentechniker
oder einer bühnentechnikerin (hosenrolle) zu besetzen.
petra seine frau
kurt ihr...
«Würde es dich stören, das Handy wegzulegen, wenn wir miteinander sprechen?» – «Mir war nicht klar, dass das ein Gespräch ist» – Das klingt doch nach idealen Voraussetzungen für einen gemeinsamen Urlaub! Der da schulmeistert ist Falk, Philosophieprofessor, intellektueller Machtmensch, Vater zweier Streber, ein Mann mit hoher rhetorischer und ökonomischer...
Klaus kann eine ganz große Demut vor anderen Leuten haben, vor Werken anderer Menschen, vor künstlerischen Hervorbringungen, nicht nur vor solchen, die Jahrtausende zurückliegen, sondern auch von denen von Zeitgenossen. Unter all dem liegen die poetischen Ströme und Räume von Klaus. Das ist es, was einen wie mich am allermeisten zu ihm hinzieht. Auch das ist schwer...
