Der teuflische Gott

Das Theater von Konstantin Bogomolow fasziniert und spaltet die Moskauer Intellektuellen

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Manche bezeichnen Konstantin Bogomolow als billigen Schocker. Junge Kritiker sehen seine In­szenierungen drei bis vier Mal und kennen jede Szene. Konservative Dozenten an den Theaterhochschulen verschrecken ihre Studenten allein mit seinem Namen, während wiederum einige Mitglieder des Polit-Establishments (und besonders deren Glamour-Ehefrauen) ein Wahnsinnsgeld für Eintrittskarten zu Bogomolow-Inszenierungen hinlegen.

Repräsentanten der extremistischen orthodoxen Organisation «Gottes Wille» haben versucht, seine Inszenierung von Oscar Wildes Komödie «Ein idealer Gatte» am Moskauer Künstlertheater absetzen zu lassen. Selbst der stellvertretende Kulturminister Schurawskij persönlich bat den künstlerischen Leiter Oleg Tabakow, alle Bogomolow-Inszenierungen aus dem Spielplan zu nehmen. Es ist ihm nicht gelungen.

Der Wirbel um den Philologie-Absolventen der Moskauer Staatlichen Universität, der auch an der Russischen Akademie für Theaterkunst (früher GITIS) Regie studiert hat, war nicht wirklich vorhersehbar. Von 2002 bis 2011 hat er an prestigeträchtigen Moskauer Bühnen inszeniert. Da gab es gute Schauspieler zu sehen, ab und an eine interessante Konzeption, Sprengstoff hatte aber ...

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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Ausland, Seite 56
von Marina Davydova

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