Das Theater dreht wieder
Burkhard C. Kosminski macht gerne Hausbesuche. Schon ein gutes Dutzend Mal war der Schauspielintendant seit Amtsantritt zu Gast bei Stuttgartern. Kosminski hört gerne zu, und er redet gerne. Jeder kann ihn einladen. Einzige Bedingungen: 8–20 Leute. Essen und Trinken. Und es wird nicht über vormalige Stuttgarter Intendanten geschimpft.
Überhaupt wirkt der «Neue» extrem aufgeräumt, geradezu aufgekratzt. Nach dem institutionalisierten Fremdeln von Armin Petras steht nun ein Mann an der Spitze des Stuttgarter Schauspiels, der sehr viel anfangen kann mit diesen Schwaben.
Wäre ja auch komisch, wenn nicht. Schließlich ist er selbst einer und die Verpflichtung in Stuttgart – nach Jahren der Absenz zwischen New York, Düsseldorf und Mannheim – quasi ein Homecoming. Als Jugendlicher, erzählt er, sei er zu Peymann gepilgert, mit dem Moped von Pfullingen aus. Die Aufbruchsstimmung von damals, die notwendige Provokation, der Aufstand der Künstler gegen den vom NS-Richter zum Ministerpräsidenten gewordenen Filbinger haben ihn geprägt. Trotzdem plant er nicht, Peymann an sein Publikum zu lassen, wie es Petras in seiner letzten Saison gemacht hat. Bei den Altstars setzt Kosminski lieber auf Achim ...
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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Kristin Becker
Aachen, Da Theater
17. Abuelaish, Ich werde nicht hassen
R. Ernst Konarek
Aachen, Grenzlandtheater
28. Delaporte und de La Patellière, Alles was Sie wollen
R. Stephan Thiel
Aachen, Theater
11. Vekemans, Momentum
R. Jenke Nordalm
17. Linder, Supergutman
R. Matthias Fuhrmeister
19. Jelinek, Am Königsweg
R. Christian von Treskow
Altenburg/Gera, TPT
27. Gogol, Der Revisor
...
Kein Wunder, dass die Landvermesserin aus Thomas Köcks Stück «dritte republik» sich fragt, warum sie nicht einfach in ihrem Bett liegengeblieben ist, statt diesen «hanebüchenen Auftrag» anzunehmen. Sie soll die Landesgrenzen neu vermessen. Aber das Schneegestöber, das ihr ohne Unterlass ins Gesicht bläst und das sie bald als «beschissensten aller Jahrhundertstürme»...
Reduktion von Komplexität ist – wie der unvergessene Niklas Luhmann nicht müde wurde zu betonen – ein Überlebensmodus unserer Zeit mit der inhärenten Gefahr, durch unzulässige Vereinfachungen Kurzschlüsse zu produzieren. Auch ein Skizzenformat wie der Marstallplan, in dem das Residenztheater seit ein paar Jahren kurz geprobte, aber anspruchsvoll kuratierte...
