Der gräbt, wo er steht
Der Neue Deutsche Spielfilm feiert seit Jahrzehnten wieder Erfolge. Sie gehen unter anderem auf eine intensive Lobbyarbeit der Medien zurück. Das ist schön und gut. Aber es ist darüber ein bisschen in den Hintergrund getreten, dass die wirklich interessanten Entwicklungen seit Jahrzehnten im deutschen Dokumentarfilm vor sich gehen.
Ausgehend von den Klassikern des deutschen direct cinema der 60er und 70er Jahre (den Filmen von Klaus Wildenhahn und Peter Nestler zum Beispiel, die für das Fernsehen gedreht und im anspruchsvollen Spätabendprogramm oder auf Festivals gezeigt wurden), haben junge Dokumentaristen wie Andres Veiel und Volker Koepp außerdem neuerdings etwas geschafft, was dem Dokumentarfilm in Deutschland vielleicht noch nie gelungen ist. Sie haben das Kino, wenn vielleicht nicht erobert, so doch mindestens betreten.
Ihr Marktanteil ist immer noch gering. Aber im Bekanntheitsgrad von Filmen wie «Herr Zwilling und Frau Zuckermann» oder «Black Box BRD» könnte sich etwas offenbaren, was man mit dem Stichwort «Überdruss am zweitklassig Fiktionalen» beschreiben könnte. Im literarischen Marktgeschehen kommt dieser Überdruss, wenn nicht alles täuscht, zwar in einem sehr ...
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Nahezu am selben Novembertag, als dieses Stück eines jungen iranischen Autors in Köln seine Uraufführung erlebte, betrat ein bis an die Zähne mit Schusswaffen und Bomben bewaffneter Achtzehnjähriger im münsterländischen Emsdetten seine ehemalige Schule, um rund 30 Personen zu verletzen und schließlich sich selbst zu töten. Ob in diesem Fall die Fiktion die...
In den ersten sieben Spielzeiten der Direktion Bachler standen im Burgtheater insgesamt vier Shakespeare-Inszenierungen auf dem Spielplan. In der laufenden achten Spielzeit sind es sechs, und für die Saison 2007/08 sind noch einmal sechs geplant. Sieht so aus, als hätte Klaus Bachler kurz vor Ende seiner Amtszeit noch etwas nachzuholen. Tatsächlich hatte er mit...
Vielleicht tut es Amerika gut, die angesichts Irak-Krieg und Global Warming gesunkene Moral ein bisschen mit verlässlich rühriger Musical-Unterhaltung aufzubessern. Erst recht, wenn diese in verdaulichen Portionen und mit ein bisschen ernstgemeinter Zeitkritik daherkommt. Die Kritiker in Los Angeles und New York jedenfalls sind sich einig: Wenn es in diesem...
