Ein europäisches Fiasko

Die neuen Leiter des Neuen Theaters in Budapest kommen aus der rechtsradikalen Szene. Ein Protest

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Auf meinen Auslandsreisen sehen mir die Leute häufig fragend  in die Augen: Was treibt ihr dort eigentlich in Ungarn? OhneZweifel scheint Ungarn in den letzten Jahren einfach unfähig zu sein, demokratisch zu funktionieren. Alle Gebiete des Lebens, die man bislang für unabhängig und frei hielt, werden von der Politik entschieden, und auf fürchterliche Weise werden Menschenrechte eingeschränkt.

Als allerdings im letzten Monat gegen den Beschluss eines Fachgremiums auf der Basis einer lächerlich niveaulosen Bewerbungzur Leitung des Új Színház (Neues Theater) der rechtsradikale Schauspieler György Dörner und der für seine antisemitischen Äußerungen bekannte Dramenautor István Csurka (auch Präsident der rechtsradikalen MIÉP Partei) ernannt wurden, war das eine Entscheidung, die nicht länger unkommentiert bleiben darf. Nicht nur, weil dahinter eindeutig ein politischer Wille steht, sondern auch, weil uns diese Tat auf den drohenden Abgrund aufmerksam macht, der sich zwischenuns und Europa auftut. Also: Was treiben wir hier eigentlich?

Die politischen Machtmanöver dieser Ernennung wie auch die Ausrichtung einer ganzen Reihe von Kulturinstitutionen nach politischen Fahnen, das alles ...

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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: FOYER, Seite 1
von Kornél Mundruczó

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