Stofftier forever
Wenn man den Punk immer nur so aus geschützten Zuschauerrängen mitbekommen hat oder in den Disconächten besetzter Häuser oder als Erster-Mai-Demonstrations-Touristin in Kreuzberg, fragt man sich ja schon ab und zu ein bisschen, worin denn da wirklich der Reiz besteht. Auch der intellektuelle. Ob sich im Punk Debatten nicht einfach Luft machen oder irgendwann in einen biergetränkten Karneval auflösen.
Ob die Essenz des Punks am Ende nicht einfach in einer Explosion von nicht ganz zielgerichtetem Rebellentum im hypertrophierten Kinderspiel besteht.
Ob sich die Kissenschlacht aus dem Kinderzimmer ins spätere Steineschmeißen hinein verlängert hat. Ob Pippi Langstrumpf, die Rote Zora und all die andern vom Karren der Konventionalität gefallenen Mädchen und Buben gerade deshalb auf ewig an den Schlafzimmer- und Klowänden nostalgischer Altpunks hängen. Und ob man mit Punk überhaupt halbwegs in Würde altern kann, wenn man nicht gerade Vivienne Westwood heißt. Andererseits gibt es derzeit eine wachsende Bewegung angeblich Erwachsener, die tagein, tagaus mit ihren Stofftieren reden, und da hat der Traum vom ewigen Kindsein und vom in die Jahre verschleppten Peter-Pan-Tum dann doch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Unter Elisabeth Schweeger ist das Frankfurter Schauspiel in den letzten Jahren ausgesprochen projektlustig geworden. Die Verpflichtung der französischen Choreografin und Theatermacherin Wanda Golonka als Hausregisseurin war dabei programmatisch, denn mit Golonka leistet sich Schweeger die konzertierte Abweichung. Normalen Spielbetrieb sucht man in ihren...
Victor Flemings «Der Zauberer von Oz» von 1939 ist ein skurriler Film. Ein Mädchen aus Kansas träumt sich während eines Hurrikans in eine Zauberwelt, in der es, begleitet von seinem Hund, einer Vogelscheuche, einem Blechmann und einem recht würdelosen Löwen die bösen Hexen des Ostens und Westens besiegt. Das Skurrile an «Der Zauberer von Oz» ist die Mischung aus...
Hübsch ist es und mit seiner pseudobarocken Fassade eine jener Schatullen, in der man Andenken aufbewahrt, um gelegentlich mit der Vergangenheit zu spielen. Dass es in diesem Gebäude um Theater gehen soll, glaubt man im ersten Moment nicht, und letzten Herbst war kurzzeitig auch tatsächlich Ruhe im Karton. Die damals amtierende Oberbürgermeisterin musste das...
