Die Welt ist keine Scheibe
Der belgische Künstler Hans op de Beeck ist vor allem für melancholische S-W-Aquarelle und begehbare Installationen bekannt. Eben das hat er jetzt auch für die Kammerspiele des Schauspiels Frankfurt geschaffen. Sein Stück «Nach dem Fest», aus dem Niederländischen von Rainer Kersten übertragen, ist eine Installation mit vier Schauspielern, und einer von ihnen spricht über seine S-W-Aquarelle.
Das Stück, eine Uraufführung und die erste Theaterarbeit von op de Beeck, kreist um eine Familie, der Vater ist renommierter Wissenschaftler, Tochter und Sohn sind Zwillinge, die, wenn auch räumlich weit getrennt, doch in einer Art Symbiose leben, ein mentales Fern-Cocooning sozusagen.
Jeder der drei hat auf der Bühne eine große kreisrunde Scheibe, Vater weiß, Sohn khaki, Tochter schwarz. Als Modell darauf ein Gebäude wie von Zaha Hadid (Vater), ein Einfamilienhaus 80er Jahre (Sohn), ein Haus aus dem vorletzten Jahrhundert (Tochter). Die Bedeutung dieser Modelle bleibt im Ungewissen: Traum, Erinnerung, Kommentar, Möglichkeit. Dazu Utensilien der Orte, der Vater befindet sich in einem weißen Kurbad, die Tochter bei ihm zuhause zwischen ihren Computern, mit denen sie im Dunkeln ihr eigentliches, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2015
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Peter Michalzik
Wie schön sich der Muezzin anhört, der aus dem weißen Grab aus Laken singt. Eine ferne Erinnerung für Ramie (Patrick Berg), der in der syrischen Stadt Homs einst für Demokratie kämpfte und es nun über das Mittelmeer geschafft hat, gelben deutschen Käse isst und von Kardamomkaffee und seinen toten Freunden träumt.
«The Trip» von Anis Hamdoun ist eine ergreifende...
Immer wieder schön, wie die sogenannten Installationen im öffentlichen Raum dieser Tage von der Bevölkerung angenommen werden. Gerade noch sitzt man in seinem Essener Hotelzimmer und überlegt, wie man die Zeit bis zum nächsten Großereignis im Landschaftspark Nord in Duisburg totschlägt. Da legt einem das Programmheft eine Installation in Duisburg-Ruhrort nahe. Am...
Theater heute 12/2015 erscheint am 1. Dezember
Impressum
Theather heute
Die Theaterzeitschrift
im 56. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Martin Krämer
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art...
