Immer schön vorwärts leben
Das Leben als Ganzes – ein Thema für das Kabarett. Wer fühlt sich heute schon frei, heil und ganz? Stückwerke sind wir, Fragmente, bestenfalls noch offene Systeme. Martin Heckmanns wagt es, ein ganzes Leben zu zeigen – als Komödie, als dramatisierten Comic-Strip mit einem ewig scheiternden Helden, dem die Identitätskonstruktion so gut gelingt wie den meisten von uns – teilweise.
Im Schnelldurchlauf erleben wir Brunos wichtigste Stationen: Zeugung, Kindheit, Pubertät, Ausbildung, Beruf (Erfolg und Scheitern), Liebe und Familie (Erfolg und Scheitern), Krankheit, Tod – alles was dazugehört. Am Ende die Enttäuschung: Es war kein Ganzes. «Ich hätte vielleicht …» ist Brunos letzter unvollständiger Satz.
Wie versucht man, «Ich und Ich» (das Spielzeit-Motto des Düsseldorfer Schauspielhauses) zusammenzuhalten? Wie stellt man Einheit her aus der Verschiedenheit der Lebensmomente? Durch Erzählung. Der Mensch erzählt sich selbst. Vertrackt dabei ist nur, um unser ureigenstes, unverwechselbares Selbst uns und anderen erzählen zu können, müssen wir uns gesellschaftlich vorgefertigter Erzählmuster bedienen. Das sind für Bruno seine Stimmen. Sie mischen sich immer ein, erzählen ihm, was er ...
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Es gibt in Zürich unter den Theatergängern die Masucci-Debatte. Die einen finden, dass Oliver Masucci immer aussieht wie nach einem Boxkampf oder Pornodreh, und dass diese Repräsentation von Männlichkeit beziehungsweise diese Art von Mannsein doch einfach ganz und gar uninteressant sei. Die andern finden es unendlich erfrischend, dass da nach Jahren, ja nach...
Thanksgiving ist das wichtigste Fest im amerikanischen Jahreskreis. Zu Weihnachten gibt es bessere Geschäfte, und am 4. Juli wird das ganze Land feierlich und patriotisch, aber an Thanksgiving versammelt sich die ganze (restliche) Familie und tut so, als wären alle noch Pioniere und der Truthahn nicht aus dem Gefrierfach bei Wal-Mart, sondern in den Wäldern von...
Hey, Professor, übernimm dich nicht, rief sie mir zuletzt am Telefon zu, ich brauch dich doch, und dann kicherte sie wie ein Backfisch, wie sie es so gerne tat; albern nannte sie mich Higgins und sich Eliza, als ob irgendjemand ihr noch irgendetwas hätte beibringen können. Wie immer dann rheinische Abschiedsgrüße: Mach et joot!
Nun also hat sie sich selber...
