Frischbewegt
Bernd NoackHerr Kusenberg, wir stehen hier in einem lichten Foyer, das über drei Stockwerke geht – wahrhaft großstädtische Ausmaße. Alles ist hell, weitläufig, einladend: kein Vergleich zum Muff von früher...
Klaus KusenbergJa, da stolperte man durch Pfützen, bevor man überhaupt ans Schauspielhaus kam, das wiederum schlecht beleuchtet war, man fand es kaum. Und man stand dann in diesem verschrumpelten, verbauten Irgendwas, wo niemand ein gutes Gefühl hatte, wenn er reinging – wenn man Glück hatte, hatte man ein gutes Gefühl, wenn man drin war.
BNAlles weg, der Beton-Charme der frühen Nachkriegsjahre, der fränkische Sandstein als Alibi-Verkleidung, die quietschblaue Bestuhlung und der Pop-Art-Teppich mit seinem psychedelischen Design aus riesigen braunen Kreisen ...
Kusenberg... und wenn Fotografen aus Berlin da waren, haben die sich mit Entzückensschreien auf die alten Lampen aus den 70er Jahren gestürzt. Sicher, man gewöhnt sich an alles, man kann auch überall Theater spielen. Aber die Frage ist: Welcher Stellenwert des Theaters sich da ausdrückte. Und das ist natürlich jetzt schon ein ganz anderes Gleichgewicht zum Opernhaus gegenüber als vorher.
BNWährend also andere Städte ...
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Franz WilleDas Deutsche Schauspielhaus Hamburg ist eines der wichtigsten deutschsprachigen Theater; Sie haben es von 1993 bis 2000 mit großem künstlerischem Erfolg geleitet – was nicht jeder Schauspielhaus-Intendant von sich behaupten kann – und kennen es bestens von innen und außen. Ihr Nachnachfolger Friedrich Schirmer hat Mitte September wegen einer Kürzung von...
Man hat in Ivo van Hoves Molière-Inszenierung verdächtig viel Zeit, sich über die Requisite Gedanken zu machen. Zum Beispiel über das Party-Buffet, das die schicke Clique des It-Girls Célimène an einem Freitagabend auf ihrem Wohnzimmertisch auspackt. Ist es plausibel, dass diese gut gekleideten Yuppies, die ständig auf teuren Mobiltelefonen und Handrechnern online...
Wer am Staatsschauspiel Dresden den «Turm» uraufführen will, begibt sich in harte Konkurrenz. Uwe Tellkamps Tausendseiter aus dem Ärzte-, Lektoren- und Hausmusikanten-Milieu der 1980er Jahre, das sich in bester Dresdner Elbhanglage vor den diktatorischen Zumutungen des Proletariats verschanzt, hat längst gewaltige performative Energien entfesselt: Seit die...
