Angewandte Zeichentheorie
Gegen Schillers Hitze – die Kälte, gegen Schillers Höhe – die Fläche, gegen Schillers Pathos – die Beiläufigkeit, gegen Schillers Universalismus – das Private. Wogegen man aninszenieren muss, weiß man bei Schillers «Räubern» immer. Schon Schiller selbst gab in seiner Selbstrezension der Uraufführung von 1782 Ratschläge, wie man gegen sein Stück vorgehen solle: vor allem viel «ausstreichen».
Daran hat sich Dusan Parizek erwartungsgemäß gehalten.
Wie schon bei seinem Kölner «Hamlet» zu Beginn der Spielzeit gibt die knackige Spanne von 90 Minuten den zeitlichen Rahmen vor und ein Bühnenbild Olaf Altmanns den räumlichen. Sperrholzplatten verbrettern die Bühne von oben bis unten und sind so verschachtelt, dass trotz der geringen Tiefe des Bauwerks der Eindruck von Perspektive entsteht, aber einer Perspektive ohne Ausgang. Ein bunkerartiger Bauklotztrichter. Auch das Ende dieser Welt ist mit Brettern vernagelt. Provisorische Macht, oberflächliche Ordnung, gedämpfte Brutalität – alles das vermittelt diese vieldeutige szenische Großmetapher.
Eingeschreint in dieses Superzeichen versucht die Inszenierung, durch kleine interpretatorische Subsignale dem Text zusätzliche Wirkungen zu ...
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I
mensch bin ich keiner oder höchstens im üblichen sinn – der satz korrespondiert mit marthas erkenntnis, daß ihr mann ein dressierter aff sei, also nicht mal ein mensch im üblichen sinn.
die geschichte vom NEST hab ich schon mal mit 15 oder 16 jahren geschrieben; allerdings pubertär schwülstig, obwohl der hintergrund deutlich war: die in die nachkriegszeit...
Der eine ist ein Luftikus und ein Lügner, und wenn ihm danach ist, macht er sich aus dem Staub. Auf den kann man nicht bauen. Der andere ist ein Wahrheitsfanatiker und ein Pflichtmensch. Wo andere kneifen, harrt er aus, und was er sagt, das tut er. Auf den ist Verlass. Der eine sucht sein Glück in der Freiheit, der andere sein Heil im Zwang.
Können Gegensätze größer...
Es gibt junge Theaterautoren, deren erstes Stück routiniert wirken soll, als sei das erste Dutzend bereits voll. Das kann bei Absolventen einschlägiger Studiengänge vorkommen. Zum Beispiel, wenn man wie Christina Kettering (24) am Deutschen Literaturinstitut Leipzig die Fächer Prosa und Dramatik/Neue Medien belegt hat. «Der Gast» ist ihr erstes Stück und man fragt...
