Die Großtaten des TAT
Bis heute, ein Dutzend Jahre nach dem finalen Ende, macht es in Frankfurt einen Unterschied, ob man die Tage des TAT miterlebt hat oder nicht. Dieses Theater hat das Bewusstsein der Interessierten dieser Stadt tiefgreifend und nachhaltig geprägt, verändert, beeinflusst, ihr Kunstverständnis, ihre institutionelle Kompetenz, ihre Unabhängigkeit. Heiner Goebbels etwa könnte man als Kind des TAT beschreiben. Auch Hans-Thies Lehmann ist ein Spross dieses Theaters.
Beide haben zum vorliegenden Band, dem ersten über das TAT, beigetragen, beide auf typische Weise: Lehmann mit einem kundigen Überblicksartikel über die Geschichte (den es schon auf Französisch gab), Goebbels mit einer kleinen Anekdote, die elegant die gesamte Zeit umfasst – 1974, mitten zwischen Hausbesetzern, sieht der junge Heiner im TAT eine offenbar ziemlich umwerfende Queer-Veranstaltung: «Auf der Bühne zwei füllige Sängerinnen in Wurstpellen – die New Yorkerin Tally Brown aus dem Umkreis von Andy Warhols Factory, Evelyn Künneke aus Berlin mit ihrem legendären ‹Allerdings, sprach die Sphinx, rück’ das Dings mehr nach links, und dann gings› –, Rosa von Praunheim als Moderator im Glitzeranzug und Dietmar Kracht, sein ...
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Theater heute Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Peter Michalzik
Ohne Dildo geht fast gar nichts mehr. Die Performerinnen Marja Christians und Isabel Schwenk kaschieren mit geschätzten drei Dutzend dieser knallfarbigen Gummidinger den erschreckenden Leerlauf und die erhabene Plattheit ihrer im feministischen Hoheitsanspruch steckenbleibenden Interpretation von Hebbels «Judith»; Florentina Holzinger schnallt sich einen mächtigen...
Der Sommer naht, die Festivalsaison rollt an. Den Anfang macht das Brüsseler Kunstenfestival, das jährliche Hochamt der internationalen Performance-Kunst
Gleich neben Bochum liegen Essen, Dortmund, Oberhausen, und von dort ist es nicht weit nach Düsseldorf oder Wuppertal. Ein Report von Rhein und Ruhr, der dichtesten Theaterlandschaft der Welt
Baby will nicht...
Wut
(kleines Epos.
Geh bitte, Elfi, hast dus nicht etwas kleiner?)
© Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2016
Eine Saat? Eine Saat sollen wir sein? Männersaat, nein, da sind auch Frauen, geharnischt aber beide Geschlechter, manche auch nur geraubt, mit uns beiden sind wir, mit uns sind wir schon drei. Kurz zur Erinnerung, Sie...
