Bodies und Buddys
Die Liebenden sind austauschbar. (…) Die Reduktion der Person zum Liebespartner scheint mir das charakteristischste Merkmal dieses grausamen Traums zu sein. Und vielleicht das modernste Merkmal. Der Partner trägt keinen Namen mehr, er besitzt nicht mal mehr ein Gesicht. Er ist nur am nächsten.
»
Seit Jan Kotts berühmt hellsichtiger «Sommernachtstraum»-Deutung aus dem Jahr 1970 hat es niemand treffender formuliert: In Shakespeares Verwechlungskomödie mit ihren neckischen Elfen, frechen Pucks und tölpelhaften Theaterhandwerkern steckt ein radikaler Materialismus, der die (ohnehin erst später dominante) romantische Idee von der Liebe als individuellem Erkennen und Bekennen ad absurdum führt. Zudem muss Kott Shakespeare unter dem Eindruck der sexuellen Revolution gelesen haben: die Utopie von der sexuellen Gerechtigkeit, die nicht zwischen sozialem Status und körperlicher Attraktivität unterscheidet, auf der einen – und die narzisstische Kränkung der Ersetzbarkeit auf der anderen Seite. Orgie versus Liebeskummer: Wer oder was gewinnt?
Perverse Elfen
Im Programmheft zum «Sommernachtstraum» am Hamburger Thalia Theater ist die klassische Kott-Passage natürlich abgedruckt. Doch auf der ...
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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 9
von Eva Behrendt
Einmal sieht die Kamera der Psychologin Chris bei der Arbeit zu. Gerade hat sie der jungen erfolglosen Schriftstellerin (Jana Hampel) vor ihrer Nase sanft geraten, sich doch nicht selbst so unter Druck zu setzen, da bricht es aus der Patientin heraus: «Meine Eltern haben in mich investiert, die haben mir mein Studium finanziert, die erwarten doch, dass da was...
Franz Wille Als ich Claudia Nola, die Leiterin der Presseabteilung am Gorki Theater, nach einem Gesprächstermin mit Ihnen gebeten habe, meinte sie, ja, kein Problem, aber nur mit Armin Petras.
Armin Petras Klar, Gespräch jederzeit gerne. Aber hier sitzt nicht Fritz Kater, sondern Armin Petras.
FW Stehen Sie mit Fritz Kater in engerem Kontakt?
Petras Ja, doch.
FW...
Die Säule, an der ich hier stehe, stützt und ziert zugleich seit fast 800 Jahren den Kreuzgang des Naumburger Doms. Sie ist Bestandteil einer über Jahrtausende gewachsenen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut. Hier schlug im 13. Jahrhundert der Naumburger Meister seine Bildvisionen in Stein. Hier ätzte Max Klinger seine letzten Radierungen. Hier drückten...
