TV-Tipps im Mai
Aufführungen
In Friedenszeiten entwickelt sich das Kasino am Schwarzenbergplatz, seiner Historie durchaus gemäß, zum Geschichts-, Kriegs- und Gewaltforschungsschauplatz der Wiener Burg. Der Flame Jan Lauwers inszeniert dort Albert Camus’ «Caligula», und Intendant Matthias Hartmann fügt seinen «Krieg und Frieden»-Studien «Das trojanische Pferd» in einer Fassung von Amelie Joana Haag hinzu. Camus auch in Stuttgart, wo bei Volker Lösch «Die Gerechten» zum Fürstenmord antreten. Am Schauspiel Köln vertieft Katie Mitchell sich in W. G.
Sebalds englische Wallfahrt «Die Ringe des Saturn» entlang der von Kriegs- und Kolonialismusspuren gezeichneten britischen Ostküste. In Weimar versammelt Konstanze Lauterbach Euripides «Die Troerinnen», Wolfgang Engel setzt am neuen Theater Halle «Othello» in Szene, und in Bochum landet Wolfang Borcherts Beckmann «Draußen vor der Tür» (Regie David Bösch). In Zürich inszeniert Werner Düggelin, wie «Das Glas Wasser» von Eugène Scribe über den Gang der Weltgeschichte entscheidet. Eine andere Art Krieg herrscht in Clare Boothe Luces «Damen der Gesellschaft», deren Krallen Simone Blattner am Staatsschauspiel Dresden wetzt. Claudia Bauer lässt in Chemnitz ...
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Theater heute Mai 2012
Rubrik: TV-Programmhinweise, Seite 66
von
Die erfreulichen Umstände, die für Anne Lepper zufällig alle Anfang des Jahres aufeinandertrafen, legten dumme Wörter nah. «Shooting Star» zum Beispiel. Zwei Ur-Inszenierungen innerhalb von drei Tagen in der ersten Januarhälfte, ein drittes Stück wurde Anfang März als Hörspiel im WDR ausgestrahlt, dann die Nachricht von der Einladung der Bielefelder Inszenierung...
Gedanken lesen können nur Wahrsager. Allen anderen bleibt die Literatur, wo sich der innere Monolog großer Beliebtheit erfreut. Der Wiener Autor Xaver Bayer (geb. 1977) etwa begibt sich in seiner 120-Seiten-Erzählung «Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen» (2011) für ein paar Stunden in den Kopf seines Protagonisten und zeichnet in einem einzigen langen Satz...
Fünf Kritikerinnen und Kritiker bilden das Auswahlgremium der Mülheimer Theatertage. Einer davon fungiert als «Sprecher». Ihm kommt unter anderem die ehrenvolle Aufgabe zu, sich auf der Pressekonferenz zur Auswahl den Fragen der Kollegen zu stellen. Wobei Fragen fast schon zu viel gesagt ist. In der Hauptsache handelt es sich um eine einzige Frage, und der...
