In der Schifffahrtszone
Um 8.30 Uhr hatte Lena Lauzemis das Treffen im Pressebüro der Münchner Kammerspiele angesetzt. Ziemlich früh für eine gerade mal 28-Jährige, die am Vorabend noch gespielt hatte: eine von acht Liebeshungrigen in Andreas Kriegenburgs Szenensample zur Aussichtslosigkeit aller Sehnsucht «Alles nur der Liebe wegen».
Sie hatte sich lange, lange im Hintergrund gehalten an diesem Abend, an dem die Kammerspieler, einer immer noch großartiger, verzweifelter, komischer und trauriger als der andere, um die Liebe buhlten, aneinander vorbei und ins Publikum hinein, oft ganz vorne, den Blick in die Reihen gerichtet. Lena Lauzemis blieb hinten, abgewandt, im Profil, und bewegte stumm die Lippen, während Wiebke Puls an der Rampe darum flehte, dass ihr einer einen Stern vom Himmel holen möge oder doch wenigstens auf ihr Handy lachen.
Wenn auch die Jüngste sich endlich aufmacht zum Versuch von Liebe, wird immer aufs Neue der Unmöglichste gewählt: der alte Mann zum Beispiel, Walter Hess, der seit 35 Jahren an derselben Stelle in Kriegenburgs prächtigem rosa Säulensaal der Vergeblichkeit auf eine Frau wartet, auf eine andere als sie. Den schleppt die einsame Luxuriöse ab, die sie in diesem Moment ist. ...
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Theater heute März 2011
Rubrik: Akteure, Seite 38
von Barbara Burckhardt
Das Los des Analytikers ist es zuzuhören. Tag für Tag, Stunde um Stunde, nicht selten die immer gleichen Geschichten. Da kann einem schon mal der Kragen platzen und ein Monolog aus einem herausbrechen wie nach langen Schweigejahren in der Klosterzelle. So denkt man bei der Lektüre von Oliver Bukowskis Psychotherapeuten-Monolog «Der Heiler». Wobei: Was aus Professor...
Fernsehen
Dienstag, 1.
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: Theater Augsburg – vorgestellt von Esther Schweins. Ein Film von Dag Freyer
22.25, 3sat: FOYER – Das Theatermagazin mit Esther Schweins
23.55, Theaterkanal: Hedda Gabler – Schauspiel von Ibsen, mit Lars Eidinger, Katharina
Schüttler, Lore Stefanek, Kay Bartholomäus Schulze u.a., Regie Thomas...
Der 20. Todestag des polnischen Regisseurs, Malers und Theoretikers Tadeusz Kantor am 8. Dezember 2010 wurde wie in allen Jahren davor begangen: In der ulica Kanonicza 5, vor dem Kantor-Archiv, schulterte der Schauspieler Jan Ksiazek einen riesengroßen Rucksack und trug zwei Koffer, die er in der Aufführung von Witkacys «Wasserhuhn» (1967) getragen hatte. Auf...
