Wutbürger nach Berlin!

Dort gibt es viel zu tun: die Humboldt Box besetzen, den Dom fluten. Von Matthias Lilienthal.

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Es ist merkwürdig: Eigentlich gilt Berlin als Zentrum der Unzufriedenen und Protestierenden und Stuttgart als Ort, wo Reichtum und Zufriedenheit herrschen. Und jetzt ist Stuttgart das revolutionäre Zentrum und Berlin die Insel der Spießigkeit. Berlin hat sich aufgelöst in viele Szenen, die immer auf der Jagd nach den eigenen Projekten sind. Das eigene Leben erscheint dabei auch eher ein fiktives Projekt, und als solches steht man dem auch eher mit einer gewissen Ironie gegenüber. Da ich selbst Teil dieser Szene bin, geht es mir nicht anders.



Die letzte Auseinandersetzung, in der es noch um anderes ging, war der Kampf um den Palast. Anfänglich war auch das die beschrie­bene merkwürdige Mischung. Eigentlich ging uns dieses Gebäude nämlich nichts an. Aber da die offizielle Republik sich gerade mit dem Kampf gegen den Palast identifizierte, entdeckten wir die leere Betonhülle und die Lust an der temporären Zwischennutzung. Es ist auch ein Skandal, wie die Stadt Berlin alle DDR-Architektur aus der Mitte der Stadt getilgt hat. Einzig der Fernsehturm ist erhalten. Aber er war ästhetisch auch am leichtesten integrierbar.

Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad an der leeren Wiese vorbei. Eines ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Matthias Lilienthal, Seite 18
von Matthias Lilienthal

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