Schlimm, ganz schlimm

Ingrid Lausund «Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner»

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Früher wurden noch Witze über Ostfriesen, Blondinen, Politiker oder die DDR gerissen – heute ist der Gutmensch die Zielscheibe des gepflegten Spotts. Denn hinter dem Anspruch, auch noch die beste aller Welten zu verbessern, vermuten Skeptiker nicht ganz zu Unrecht unlautere Motive. Autorin Ingrid Lausund macht gleich fünf solcher selbsternannter Menschheitsretter zu Protagonisten ihrer Komödie «Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner», die sie nach einem Kölner Vorläuferprojekt jetzt im Theater an der Rott und an der Berliner Off-Bühne «Eigenreich» inszeniert hat.

 
 

Während das Quintett hinter Konferenztischen zwar kein Opernhaus in Afrika baut, aber für eine Spenden-Gala probt, verstrickt es sich hoffnungslos in Rechthabereien, Eitelkeiten und Machtgelüsten. Christine, von Iris Böhm Richtung Anne Will frisiert und auf eisige Humorlosigkeit heruntergedimmt, lässt alle spüren, dass ihre Teilnahme ein Akt der Gnade – und sie die Chefin ist. Leo (Max Landgrebe) glaubt, «Spaß» reiche, um sich gegen den Hunger zu engagieren, versteht aber keinen, als seine Rede gekürzt wird. Die übereifrige Eva (Vanessa Stern) findet es «schlimm, ganz schlimm», wenn jemand Afrikaner «Schwarze» nennt, ...

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Theater heute März 2010
Rubrik: Chronik, Seite 46
von Eva Behrendt

Vergriffen
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