Fixsterne am Krisenhimmel
Seine seiner ersten Amtshandlungen, erzählt Peter Carp, sei es gewesen, eine großformatige Fotografie an die Außenwand des Theaters am Will-Quadflieg-Platz zu hängen. Nicht Quadflieg, den Oberhausener Mimen, zeigt das Foto: Nein, da sitzen zwei alte Sizilianerinnen auf ihren Klappstühlen mitten auf der Gasse. Die Plakatwand vermittelt nicht nur süditalienisches Flair in einer doch eher tristen Industriestadt am Niederrhein, sondern einen Gestus der Neugier und der gelassenen Erwartung: Dann lasst mal sehen. Eine solche Haltung, will der Intendant sagen, soll belohnt sein.
In Oberhausen, einer der vielberufenen «blutenden Kommunen» des Ruhrgebiets, wird inzwischen so ziemlich das interessanteste Theater der Region gemacht. Ein freches, schräges, ästhetisch riskantes Theater mit einem kleinen, aber hochmotivierten Ensemble – so dass man sich wundert, wo in einer Arbeiterstadt wie dieser das Publikum für gerade so ein Theater herkommt.
Als der Hamburger Peter Carp 2008 von Luzern nach Oberhausen geholt wurde, war bereits eine Spardebatte in Gang gekommen, der der neue Intendant nur ein einziges Argument entgegensetzen konnte: eine überzeugende, überregional beachtete Arbeit. «Im ersten ...
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Theater heute Juli 2010
Rubrik: Theaterland Nordrhein-Westfalen, Seite 6
von Martin Krumbholz
Der Exportschlager hieß Rumäniendeutsche; der Preis: 1.000 bis 5.640 DM pro Kopf; Geschäftspartner: Rumänien und West-Deutschland. Die offiziellen «Ausgleichszahlungen» für die Ausreise von über 220.000 Menschen an Nicolae Ceaucescus Regime (1967 bis 1989) sind im Programmheft zur Uraufführung von Gianina Cãrbunarius «Sold out» akribisch aufgelistet. Inoffiziell...
Fernsehen
Freitag, 2.
9.45, Theaterkanal: Aufenthalt im Paradies – Beobachtungen am Meininger Theater – eine Reportage von Andreas Witter und Andrea Flörke
Samstag, 3.
19.40, Theaterkanal: Riesenbutzbach. Eine Dauerkolonie – ein Projekt von Christoph Marthaler und Anna Viebrock, mit Silvia Fenz, Olivia Grigolli, Christoph Homberger, Ueli Jäggi, Barbara Nüsse, Bettina...
Eine Scheinhochzeit. Das ist ein Anlass, bei dem der Prosecco in der Regel wärmer ist als die Stimmung. Zwei Menschen küssen sich, nicht aus Liebe, sondern weil sie sich voneinander Sicherheit versprechen.
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