Gut parallel ist nie daneben
Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissene Sätze. Diese Sätze haben eine seltsame Eigenschaft: Sie sind immer wahr. Kein Kontext prüft sie mehr. Gezielt nach dem Bild des Zitats geschriebene Sätze nennt man Aphorismen. Ihr provokanter Scheintiefsinn schreit nach prüfender Vervollständigung, nach Kontext, nach Inszenierung. Doch relativ selten sind Motti und Aphorismen verfilmt oder auf die Bühne gebracht worden, und wenn, dann von eher essayistisch gestimmten Filmemachern wie Eric Rohmer mit seinem Sprichwörterzyklus.
Dieses Genre des «abgeklärten chinoiden Teekannenspruchs» (Handke) kann einem aus vielen guten Gründen auf die Nerven gehen. Aber an dem Abend, von dem hier die Rede sein wird, erlebte man eindrücklich, wie das eigenartige Nichtverhältnis zugespitzter Aphorismen zur Welt und ihrem Widerstand nicht so weit weg ist von der zwanglosen Genauigkeit einer Musik, die einem zunächst ganz zufällig im Ohr bleibt und sich plötzlich mit einem erst halb gedachten Gedanken zur Vollständigkeit verbindet.
Solche goldenen Sätze nämlich, insbesondere so sie aus Tagebüchern, Arbeitsjournalen und autobiographischen Notizen stammen, interessieren schon eine Weile den Komponisten und ...
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Who’s afraid of Virginia Woolf?», Edward Albees mit Abstand erfolgreichstes Stück, erlebte seine Broadway-Uraufführung am 13. Oktober 1962: im Oktober jener 13 Tage, in denen die Welt so kurz vor einem Atomkrieg stand wie nie zuvor und nie mehr später. Die Russen hatten Nuklearwaffen auf Kuba stationiert, Kennedy sein Ultimatum gestellt. Es war der Höhepunkt des...
Ein Stück über Handys und den ganzen Quatsch, den man für sie produzieren kann, das muss ja aus Finnland kommen. Schließlich hat dort Nokia quasi im Alleingang für einen Wirtschaftsboom gesorgt, und die Omnipräsenz der «mobiles» sorgte schon bei der Expo in Hannover dafür, dass man im finnischen Pavillon von einem Chor fiepsender Handys begrüßt wurde. Der «Mobile...
Es ist schon ein Kreuz mit der Kunst und dem Kapitalismus. Eine echte Liebesbeziehung im Stil feudalistischen Mäzenatentums will sich da partout nicht einstellen, zumindest nicht, wenn keine krisenfesten Sammlerwerte in Aussicht stehen. Stattdessen gefährdet die schnöde Profitgier die letzten Refugien von Poesie, wo geschriebene Worte und komponierte Töne noch frei...
