In der dritten Reihe
Als im vergangenen November das vormals völlig danieder liegende Kieztheater Ballhaus Naunynstraße neu eröffnet wurde, war den Machern ziemlich bang. Die frisch gebackene Theaterdirektorin Shermin Langhoff wollte sich angesichts eines Etats von 240.000 Euro lieber gar nicht Direktorin nennen. Wir sind ein Theater in der «dritten Reihe», betonte sie. Das Ballhaus Naunynstraße ist das erste Theater unter der Leitung einer jungen, deutsch-türkischen Szene – und es ist das erste, das sich dezidiert postmigrantischen Themen verschrieben hat.
Den Geschichten also, die zwar inzwischen etwas öfter in Film und Fernsehen, aber immer noch ziemlich selten auf der Bühne auftauchen. «Auf alle Fälle», sagt Langhoff, «wenn man bedenkt, dass ein Viertel der in Deutschland lebenden Menschen eine Biografie hat, die von Migration geprägt ist.»
Das Ballhaus war also überfällig. Auch wenn hier alles noch in den Kinderschuhen steckt und zumeist mit Theaterneulingen gearbeitet wird: Das Haus brummt. Die Atmosphäre ist gut, die Zuschauer stehen Schlange. Alles vibriert vor Aufbruch. In den beim Eröffnungsfestival «Dogland» gezeigten Stücken holperte es oft, trotzdem gab es verheißungsvolle Ansätze: Etwa ...
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Nacht vom 16. auf den 17.2. 2001 und Morgen 6 Uhr 35
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