94 Prozent Übere­instimmung

In der Münchner Galerie der Künstler zeigt Ana Zirner das Ergebnis eines Selbst­versuchs in Netzpräsenz: «Privacy»

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Ständig wird man davor gewarnt und doch tun es alle: im Internet surfen und dabei – freiwillig oder unbewusst – jede Menge Datenspuren hinterlassen, aus denen sich intime Persönlichkeitsmuster und Konsum­anfälligkeiten errechnen lassen.

Die Münchner Theatermacherin Ana Zirner, die in der Vergangenheit schon unter Jugendlichen im Iran, Obdachlosen auf deutschen Straßen und Widerständlern im Nahen Osten recherchierte und bei ihren Projekten das Infragestellen des eigenen Standpunkts nie ausklammert, hat sich diesmal zu einem radikalen Selbstversuch entschlossen: Mehrere Monate lang stellte sie sich unter digitale Dauerbeobachtung, machte Standort und Pulsfrequenz, Kalorienverbrauch und Googleverläufe auf ihrer Website https://follow-ana.de öffentlich und ließ ihre Daten gleichzeitig von diversen Selbstoptimierungs- und Partnervermittlungsinstituten unter die Lupe nehmen. Was macht das mit einem, wenn es ständig Ernährungs- und Trainingspläne abzuarbeiten gilt und man dabei kaum noch in der Lage ist, unmittelbar subjektives Befinden vom Blick auf die Tagesbilanz des Fitnessscores zu trennen?

Wie es weitergehen könnte, wenn wir Algorithmen und Profilen irgendwann mehr vertrauen als ...

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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Silvia Stammen

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