«Nein heißt Nein»
Michael Merschmeier Wenn man die Strukturen mancher Ensembles und Theater-«Familien» durchleuchten würde, kämen viele recht einfache Abhängigkeitsverhältnisse zum Vorschein.
Hannelore Hoger Würde ich auch glauben. Ist eigentlich normal, dass im Berufsalltag auch Liebesverhältnisse entstehen. Die Besetzungscouch von Hollywood war allseits bekannt. Wenn man mit aufs Hotelzimmer geht, will der doch in der Regel nicht das Stück lesen. Das weiß man doch, oder? Aber wenn jemand dann Nein sagt, sollte das Nein auch akzeptiert werden.
Es gibt doch klare Regeln. Jede Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Punkt. Und dass man eben ab und zu auch mal Nein sagen muss ... Peter Zadek wollte zum Beispiel, dass ich dem Film «Piggies» mit nacktem Oberkörper vorm Spiegel agieren sollte. «Mach ich nicht, Peter!», hab ich nur gesagt. Und er dann «Oh, das ist aber schade, Liebling!» – «Dann musst du eine andere nehmen.» Ich hab’s nicht gemacht, und er hat keine andere genommen.
MM Wenn man erfolgreich und selbstbewusst ist, dann kann man das leichter sagen.
Hoger Ich war eine junge Frau. Ich hab mich Einiges getraut, worüber ich heute selbst staune.
MM In Ihren Erinnerungen, die im Mai 2017, also ...
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Theater heute April 2018
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Michael Merschmeier
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