Nach Rückstand Spiel gedreht
Es ist nicht so, dass es in Nürnberg seit einer Ewigkeit kein interessantes Theater gegeben hätte.
Aber nach 18 Jahren, in denen Klaus Kusenberg als Schauspielchef wirkte, schlich sich das begründete Gefühl ein, hier sei irgendwie die Luft raus: das Ensemble eine eingespielte und zusammengeschworene Gemeinschaft sehr lange am selben Ort engagierter Künstler, denen man die Rollenwechsel kaum mehr anmerkte; der Spielplan solide und zunehmend bequem in altfränkischer Manier, ausgewogen gespickt mit behutsam entstaubten Klassikern, kalkulierten Kammer-Experimenten und fidelen Kassenschlagern, damit die Platz-Auslastung stimmt. Die auch immer stolz präsentiert wurde, wenn es um die Frage ging, ob das Nürnberger Staatsschauspiel nicht selig ruht.
Ein notwendiger Wechsel wurde ersehnt. Der neue Generalintendant Jens Daniel Herzog wird auch die Opernsparte leiten; ans Schauspiel (Kusenberg wechselte nach Regensburg) kam Jan Philipp Gloger, ein in Hamburg, Düsseldorf, München oder Wiesbaden beachteter freier, noch vergleichsweise junger Regisseur, der hier nun erstmals ein Haus führen will, das mit seinen drei Spielstätten nicht gerade zu den kleinsten im Land gehört. Dass er nur ein ...
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Theater heute November 2018
Rubrik: Start Nürnberg, Seite 29
von Bernd Noack
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