Im Mauerschwindel
Die Idee von Aktionskünstler Philipp Ruch und seinem «Zentrum für politische Schönheit» war von Anfang an im wahrsten Sinn grenz-wertig. Um auf die unhaltbaren Zustände an Europas Außengrenzen aufmerksam zu machen – wir lassen regelmäßig von Schleppern betrogene Menschen im Mittelmeer ertrinken und bewehren unsere Wohlstandsburg mit Stacheldrahtzäunen und Frontex Security –, kam Ruch auf eine äußerst zweischneidige Parallele zur Berliner Ex-Mauer. «Die Mauertoten», so erklärt Ruchs website www.politicalbeauty.
de, seien in einem «Akt der Solidarität» zu ihren Brüdern und Schwestern an die EU-Außengrenzen geflohen. Zu diesem Zweck wurden pünktlich zum 9. November die 14 weißen Mauerkreuze abmontiert – sprich: geklaut –, die im Berliner Regierungsviertel an die 138 Menschen erinnern, die an der Mauer gestorben sind. Sie seien stattdessen auf dem Weg zu den Menschen, die als nächstes durch die EU-Außengrenzen sterben würden, hieß es.
Ganz abgesehen von der mächtig schwankenden Vergleichsebene, auf der diejenigen, die aus der DDR-Diktatur hinaus wollten, mit denen gleichgesetzt werden, die in die EU hinein wollen, ob man also gefangen gehalten oder an der Einreise gehindert wird, ...
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Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Im Dezember ‘95 starb Heiner Müller. Bald 20 Jahre sind eine lange Zeit. Und ein guter Grund nachzufragen, was sein Werk heute erzählen kann
Seit acht Jahren leitet Yorgos Loukos das Athen-Festival, hat das Programm umgekrempelt und verzichtet auf eine Gage
Man stelle sich vor, die Menschen wären einfach nur – nett. Tolle Idee, oder? Wie sich die beste aller Welten...
Bamberg,
E.T.A.-Hoffmann-Theater
4. Lewandowski, Die Bombe
R. Peter Bernhardt
Bautzen, Volkstheater
9. Rinser, Königskinder
R. Therese Thomaschke
Berlin, Deutsches Theater
12. Schnitzler, Das weite Land
R. Jette Steckel
14. Lotz, Die lächerliche Finsternis
R. Daniela Löffner
Berlin,
Maxim Gorki Theater
13. Salzmann, Wir Zöpfe (U)
R. Babett Grube
Berlin, Volksbühne
4....
Ernsthafte aktionistische Gefahr bestand ja nie, wenn Irina Prosorowa zur Feier ihres 20. Geburtstages ihre Lebenspläne kundtat: «Das Haus verkaufen, mit allem hier Schluss machen, und nach Moskau.» Die Antriebsschwäche, mit der die Gelegenheitstelegrafistin und ihre Schwestern Olga und Mascha seit jeher in der Provinz-Immobilie des verstorbenen Vaters hocken...
