Die Dramatiker des Jahres
In Elfriede Jelineks Texten reden sich die Leute zuverlässig um Kopf und Kragen. Besonders, wenn sie sich Mühe geben, nichts Falsches zu sagen. Aber was soll man in «Rechnitz (Der Würgeengel)» über ein Massaker an 180 Juden und anschließende Jahrzehnte des Totschweigens auch Richtiges sagen?
In Dennis Kellys Texten dagegen kommt für das Zuschauerauge kaum jemand so heil aus einer Szene heraus, wie er hineingeraten ist. Wobei den Leuten in «Kindersorgen» dabei gar kein Unheil geschieht – sie waren schon vorher so.
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Franz Wille Herr Baumbauer, Sie haben sich 2000 in Hamburg nach sieben Jahren vom Deutschen Schauspielhaus verabschiedet, als das Theater auf der Höhe seines Erfolgs war. Danach in München 2001 war der Start nicht einfach; es hat gedauert, bis sich die Kammerspiele in der Außenwahrnehmung und beim Publikum durchgesetzt haben. Jetzt verabschiedet sich Herr...
Theater heute Wir wollen heute nicht über 89 reden, sondern über die 20 Jahre danach. Wolfgang Engel, Sie waren einer der Protagonisten der politisch-theatralen Emanzipations- und Revolutionsbewegung – Revolution ist ein großes Wort – in Dresden. Sie kannten den Westen, hatten vorher dort inszeniert. Sie sind dann 1991 nach Frankfurt ans Schauspielhaus von Peter...
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