Aufführungen
Für einen war die bisherige Spielzeit schon mal ergiebig: Bertolt Brecht. Sein Lehrstück in Sachen Spekulation und Menschenliebe, die «Heilige Johanna der Schlachthöfe», avancierte zum Krisengewinnler der schon nicht mehr ganz frischen Saison – und steht diesen Monat wieder in der Regie von Frank Abt auf dem Spielplan des Jungen Theaters in Göttingen. Das Hamburger Schauspielhaus programmiert politisch unverdächtig «Die Dreigroschenoper» in einer Inszenierung von Jarg Pataki, und an BBs Stammhaus BE zeichnet Manfred Karge den «Kaukasischen Kreidekreis» nach.
Aber auch die Berliner Schaubühne, seit der «Maßnahme» im Jahr 2000 Brecht-enthaltsam, zeigt nun den «Guten Mensch von Sezuan» in der Regie von Friederike Heller. – Außerdem fragt Anna Viebrock am Schauspiel Köln mit Heinrich Bölls «Billard um halb zehn» «Wozuwozuwozu», verschweißt Karin Henkel an den Münchner Kammerspielen Gorkis «Sommergäste» mit dem «Nachtasyl», erzählt Stefan Bachmann den Wienern an der Burg Horváths «Geschichten aus dem Wiener Wald» und wälzt Sebastian Baumgarten am Maxim Gorki Theater Revolutionsprobleme mit «Dantons Tod» von Georg Büchner. Ehemalige und noch aktive Schauspieler am Regiepult kann man am ...
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Das Verlässliche an der Habsucht ist, dass sie sich nicht therapieren lässt. Schon gar nicht von ein paar Bankenpleiten. Im Gegenteil. So ein globaler Finanzkrach wirkt erfrischender als Heilfasten: Das Portfolio wird entschlackt von allem, was da so vor sich hin fault. Hinterher fühlt sich die Habsucht wie neu geboren, der Kurssturz von gestern ist der...
Wir haben in diesen Tagen am Thalia Theater einen Test auf all diese Mutmaßungen, die das Theater irgendwo zwischen Kunst, Quote und Elite verankern, durchgeführt und im Rahmen unseres Festivals «Um alles in der Welt – Lessingtage 2010» gefragt: «Was ist Kultur uns wert?» Die Idee: Jeder zahlt, so viel er will, zwischen null Euro und ad libitum. Der Arme, der...
