Und dann kam Mirna

© Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg 2015

Theater heute - Logo


Ein Text für ca. zwei DarstellerInnen
oder eine hochgradig gespaltene Persönlichkeit.


Person 1 (große Person)
Person 2 (kleine Person)


Kann beliebig auf viele große und kleine Personen ausgeweitet werden.




Previously on «Der manische Jugendchor»:

Damals, vor –

sagen wir –

einigen Jahren.

War ich jung.



Und

unendlich

durchschnittlich in meinem Gefühl, nicht durchschnittlich zu sein.

Aber

die Fakten sprachen gegen mich:

Ich war weder Missbrauchs- noch Migrationsopfer –

kurzes Migrationshasswortaufstoßen –

ich hatte keine interessanten Konflikte vorzuweisen –

wenn man von meinem im Keller eingeschlossenen Vater absieht.

Von dem von mir eingeschlossenen Vater, muss ich, verschmitzt lächelnd, anfügen.
«Verschmitzt lächelnd» ist das neue Anführungszeichen-Machen, muss ich dazu anmerken.

Ich hatte keinen Großvater, der bei der Waffen-SS war.

Das lass ich mal so wirken.

Eine Karriere als Preise gewinnende Autorin deutscher Familienromane, in denen ich mich kritisch, aber dennoch melancholisch mit meiner Herkunft auseinandersetze, konnte ich also vergessen.
Mit so einer schwachen Biographie verspielt man jeden Anspruch auf ein authentisches ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2015
Rubrik: Das Stück, Seite 99
von Sibylle Berg

Weitere Beiträge
Premieren im November · Hinweise · On Tour · Suchlauf

Aachen, Theater
12. von Schirach, Terror
R. Elina Finkel
20. nach Ende, Der satanarchäo­lügenialkohöllische Wunschpunsch
R. Martin Philipp

Aalen, Theater der Stadt
6. Simon, Sunny Boys
R. Tonio Kleinknecht
29. Hub, An der Arche um Acht
R. Kevin Osenau

Altenburg/Gera, TPT
2. Miller, Tod eines Handlungsreisenden
R. Bernhard Stengele

Annaberg, Eduard-
von-Winterstein-Theater

15....

Traum schafft Wirklichkeit(en)

Der Countdown läuft. Rund um den Münchner Theateräquator Maximi­lianstraße werden in diesem Herbst die Claims neu abgesteckt. Mit wechselseitigem Gastinszenieren wie in den letzten Jahren durch die beiden Intendanten Johan Simons und Martin Kušej ist nun nicht mehr zu rechnen. Stattdessen testet Matthias Lilienthal mit seinen mehr neckisch als provokant in...

Verstören, beschimpfen, umarmen

Trendbewusste Theatermacher pflegen zurzeit ja eher ein angespanntes Verhältnis zu ihrem Publikum. Abende, an denen Kulturaktivisten (wie neulich das Zentrum für politische Schönheit in Dortmund) exklusiv das Auditorium herunterputzen, weil es sich lieber in Yogastudios herumtreibe statt in Damaskus gleichermaßen aktiv gegen den IS und den syrischen Diktator Assad...